Stresstest: Sechs deutsche Banken benötigen mehr Kapital

Deutsche Banken verpatzen Stresstest

09.12.2011 cs - Nach der Bekanntgabe der EZB, den Leitzins auf 1,00 Prozentpunkte zu senken, sorgte am Donnerstag noch eine weitere Nachricht für Aufsehen: Der neueste Stresstest der EBA enthüllte gewaltige Kapitallücken bei einigen deutschen Finanzinstituten. Allein die Commerzbank soll 5,3 Milliarden Euro benötigen.

EU-Banken brauchen 114,7 Milliarden Euro

Der neue Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA ergab, dass Europas Banken insgesamt 114,7 Milliarden Euro sammeln müssen, um durch die Schuldenkrise zu kommen. Zum Vergleich: Ende Oktober hatten noch 106 Milliarden Euro gefehlt.

Commerzbank schwächste deutsche Bank im Stresstest

Vor allem die deutschen Banken brauchen inzwischen mehr Geld: Bei sechs hiesigen Finanzinstituten fehlen insgesamt 13,1 Milliarden Euro, um sich gegen die Auswirkungen der Schuldenkrise wehren zu können. Besonders kritisch sieht die EBA die Verfassung der Commerzbank: Laut Stresstest besitzt die Bank eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro. Aber auch der Deutschen Bank wird geraten, ihre Kapitaldecke mit 3,2 Milliarden Euro zu stärken.

Auch Landesbanken benötigen frisches Kapital

Im Anschluss folgen einige Landesbanken: Die NordLB sollte ihre Bestände mit 2,5 Milliarden Euro auffüllen, bei der Landesbank Hessen-Thüringen sind es 1,5 Milliarden Euro. Beide Banken führen allerdings bereits Maßnahmen durch, die beim Stresstest noch nicht berücksichtigt werden konnten. Vergleichsweise gering ist der Kapitalbedarf bei der DZ-Bank, die 353 Millionen Euro auftreiben muss und bei der WestLB mit fehlenden 224 Millionen Euro. Die zuletzt stark unter Beobachtung stehenden französischen Banken schnitten etwas besser ab als beim letzten Stresstest. Sie brauchen noch frische Mittel über 7,3 Milliarden Euro statt zuvor 8,8 Milliarden Euro.

Kritik an Bewertungsgrundlagen flammt erneut auf

Banken und Verbände kritisierten nach der Bekanntgabe die Bewertungskriterien der EBA. Die Vorgabe einer Kernkapitalquote von neun Prozent sei willkürlich, führte beispielsweise der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken Michael Kemmer an. Die Deutsche Bank zeigte sich verärgert darüber, dass zuletzt vorgenommene Änderungen nicht im neuen Stresstest berücksichtigt wurden.

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