Zwei gleichzeitige Sicherungssysteme werden diskutiert
Nach Informationen der „FTD“ könnten künftig unter Umständen zwei Sicherungssysteme zur gleichen Zeit greifen. Bei dieser Möglichkeit soll der europäische Stabilisierungsfonds EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) weitergeführt werden, wenn ab 2012 der längerfristige Rettungsschirm ESM (Europäischer Stabilitäts-Mechanismus) in Kraft tritt.
Doppelte Schlagkraft zur Euro-Rettung möglich
Die „Bazooka“ der EU-Staaten erhielte auf diese Weise eine fast doppelt so hohe Schlagkraft: Der EFSF enthält momentan Garantien über 440 Milliarden Euro, der ESM wird 500 Milliarden Euro wert sein. Bisher war geplant, dass der EFSF vom ESM abgelöst werden soll. Da der Internationale Währungsfonds außerdem mehr Mittel an in Not geratene Euro-Länder abgeben soll, könnte eine dreifache „Brandmauer“ gegen den Untergang der europäischen Leitwährung geschaffen werden.
Schnellere Kredit-Transfers für ESM gefordert
Darüber hinaus sollen Einzahlungen in den Europäischen Stabilitäts-Mechanismus schneller erfolgen, um Hilfen zu beschleunigen und das Image bei den Ratingagenturen zu verbessern. Zum Beispiel wurde vorgeschlagen, dass sich der ESM Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen kann, um Schuldenstaaten rasch Kredite zu verschaffen oder Staatsanleihen zu kaufen.
Finanzminister diskutieren über Brandmauer
Die EU-Finanzminister diskutierten am Mittwoch über diese Rettungsvariante. Ihre Meinungen sind Berichten zufolge noch geteilt. Ein Argument der Befürworter könnte letztendlich den Ausschlag geben: Eine Verstärkung des Schutzwalls zur Euro-Rettung könnte dazu führen, dass sich die EZB stärker engagiert. EZB-Chef Mario Draghi hatte zuletzt einen stärkeren Rettungsmechanismus als Bedingung für erweiterte Maßnahmen der Zentralbank vorausgesetzt.
Mehr Informationen zur EFSF, der Schuldenlage Deutschlands und verschiedener EU-Staaten sind in der vergleich.de Infografik Griechenland-Krise zu finden.
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