Kreditkartenschulden bedrohen Finanzwelt

Kreditkartenschulden

3-Wege-Finanzierung

Experten warnen: Die Schulden bei Kreditkartenfirmen sind das nächste große Risiko für die weltweiten Finanzmärkte. Amerikanische Haushalte haben insgesamt 950 Mrd. Dollar Schulden angehäuft. Es droht ein ähnliches Szenario wie im Immobiliensektor.

Krise durch Leben auf Pump

Die Immobilienkrise gilt als Auslöser der zur Zeit weltweit tobenden Finanzkrise. Jahrelang hatten amerikanische Institute Immobilienkredite auch an Kunden mit geringer Zahlungsfähigkeit vergeben. Solange die Immobilienpreise stiegen, ging alles gut. 2007 fingen die Immobilienpreise aber an zu sinken, während die Kreditzinsen stiegen. Die Folge war, dass immer mehr Kunden ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten. Die Immobilienkrise weitete sich schnell zu einer globalen Bankenkrise aus.

Im Kreditkartengeschäft zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Millionen von Amerikanern leben auf Pump. Auch die Kreditkartenfirmen haben in der Vergangenheit massiv um Kunden mit geringer Zahlungsfähigkeit geworben. Das Problem: In den USA muss am Ende des Monats oft nur eine Mindestrate beglichen werden, der Kunde kann aber jeden Monat das volle Limit ausgeben. Viele Amerikaner haben das auch genutzt und entstandene Finanzlöcher mit Geld aus neuen Kreditkarten gestopft. Der Besitz von bis zu 15 Kreditkarten ist keine Seltenheit. Zum finanziellen Kollaps kommt es, wenn ein Kunde mit einer Rate in Verzug kommt oder seinen Kreditrahmen überzieht. Die Überziehungszinsen amerikanischer Firmen sind enorm – mehr als 20% Zinsen sind keine Seltenheit. Die gesetzliche vorgeschriebene Höchstgrenze für Überziehungszinsen liegt bei 50%.

Schlechte Aussichten

Bereits im ersten Halbjahr 2008 mussten die Kreditkartengeber ca. 21 Mrd. Dollar an Schulden abschreiben. Die Ausfallrate für Kredite ist im vergangenen Jahr um fast 50% gestiegen. Die Firmen reagieren auf diese Entwicklung mit Kündigungen von Karten, Senkungen der Kreditrahmen und der Erhöhung der Überziehungszinsen. Das hat weitere Ausfälle zur Folge. Verstärkt wird dieser Trend durch die steigenden Arbeitslosenzahlen.

Noch erwirtschaften Firmen wie America Express oder Visa Gewinne, aber sie rüsten sich bereits für schlechtere Zeiten. America Express z.B. hat angekündigt im nächsten Jahr 1,8 Mrd. Dollar durch Kündigungen, Gehaltskürzungen, geringere Betriebskosten und geringere Investitionen einsparen zu wollen.


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