Krise im amerikanischen Subprime-MarktIhren Ursprung hat die weltweite Finanzmarktkrise im amerikanischen Subprime-Markt, dem Markt für Kredite an bonitätsschwachen Kunden. In den USA ist es gang und gäbe, Immobilienkredite auch an Kunden mit niedriger Bonität zu vergeben. 2007 stagnierten bzw. fielen erstmals die Immobilienpreise in den USA, während die Kreditzinsen stiegen. Immer mehr Kreditnehmer konnten so ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen.
Die Immobilienkredite wurden von den amerikanischen Banken als Wertpapiere verbrieft und als forderungsbesichertes Wertpapier verkauft, das hohe Gewinne versprach. Das lockte auch deutsche Banken an und so investierten sie in diese Wertpapiere. Durch die Subprime-Krise kam der Handel mit den Wertpapieren zum Erliegen – und viele der beteiligten Kreditinstitute kamen in Finanznöte. Private und institutionelle Anleger waren nicht mehr bereit in risikoreiche Anlagen zu investieren oder zogen ihr Kapital ab, wodurch die Bankenkrise sich verschärfte. Weltweite KriseAuch in Deutschland gerieten einige Institute an den Rand der Insolvenz. So hatten beispielsweise die Mittelstandsbank IKB und die Sachsen-LB Verlustabschreibungen in Milliardenhöhe. Um die drohende Insolvenz zu vermeiden, wurde die Sachsen-LB an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft, die IKB erhielt im August 2007 milliardenschwere Unterstützung aus einem Bankenpool. Für die Weserbank bedeutete die Finanzkrise bereits im April 2008 das Aus.
Im September 2008 überschlugen sich in Amerika die Ereignisse. Am 15. September meldete die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an und die Merrill Lynch wurde von der Bank of America übernommen. Lediglich einen Tag später musste die AIG, immerhin der größte Versicherer Amerikas, durch einen Überbrückungskredit von 85 Milliarden Dollar vor der drohenden Insolvenz gerettet werden.
Kurze Zeit später erreichte die Krise auch in Deutschland einen neuen Höhepunkt, als die angeschlagene Hypo Real Estate durch ein Rettungspaket der Bundesregierung und der deutschen Finanzindustrie vor der drohenden Insolvenz gerettet werden musste.
Dem isländischen Staat droht mittlerweile der Staatsbankrott. Die Regierung hat ebenso wie die Regierungen anderer Länder eine staatliche Einlagengarantie für die Sparguthaben aller 320.000 Isländer ausgesprochen. Anfang Oktober wurden die Glitnir und die Landesbanki verstaatlicht, am 08.10.2008 hat dieses Schicksal auch die letzte der drei großen isländischen Banken, die Kaupthing, ereilt.
In England führte die Finanzkrise im September 2008 zum Notverkauf der HBOS an die Lloyds TSB – eine Fusion, die vor der Bankenkrise von den Wettbewerbswächtern intensiv geprüft worden wäre. Am 08.10.2008 hat der britische Premier die Teilverstaatlichung der britischen Banken Abbey, Barclays, HBOS, Lloyds TBS, HSBC, Royal Bank of Scotland, Nationwide Building Society und der Standard Chartered angekündigt. 



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