Aktuelle News zur Finanzkrise
ING-Bank benötigt 10 Mrd. Euro
20.10.08
Die ING-Bank braucht eine Finanzspritze von 10 Mrd. Euro aus dem Rettungspaket der niederländischen Regierung. Die Hälfte des niederländischen Paketes, das 20 Mrd. Euro schwer ist, ist damit bereits verbraucht. Die ING-Gruppe musste im dritten Quartal 500 Millionen Euro abschreiben, wodurch Kursverluste ihrer Aktien von mehr als 27% ausgelöst worden waren.
In Deutschland ist die ING-Bank vor allem durch Online- und Telefonbanking bekannt. Die Tochtergesellschaft ING-Diba hat ca. 6,1 Millionen deutsche Kunden.
Weg frei für das Rettungspaket
17.10.08
Bund und Länder haben sich bezüglich der Finanzierung des Rettungspaketes geeinigt. Die Verluste des Fonds tragen die Länder demnach zu 35% und der Bund zu 65%. Der Beitrag der Länder wird aber auf maximal 7,7 Mrd. Euro begrenzt. Wird diese Grenze überschritten, haftet der Bund alleine.
Mit dieser Einigung stehen die Chancen sehr gut, dass das Gesetz heute im Bundestag und im Bundesrat beschlossen wird. Die Verwaltung soll eine neue Behörde übernehmen, die bereits Montag ihre Arbeit aufnehmen könnte.
Kein Bonus für Ackermann
17.10.08
Der Vorstandschef der Deutschen Bank gab heute bekannt, dass der gesamte Vorstand auf seinen Erfolgsbonus verzichtet. Das Geld solle an andere Mitarbeiter gehen, die „das Geld nötiger haben“. Um wie viel Geld es sich genau handelt, ist ungewiss. Im letzten Jahr hatten die Vorstände zusammen 33,2 Millionen Euro erhalten, von denen nur 4,3 Millionen Euro erfolgsunabhängig waren.
Ackermann erklärte außerdem, dass die Deutsche Bank keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen werde.
Wieder Milliardenverluste bei Citigroup
16.10.08
Die amerikanischen Großbanken Merril Lynch und Citigroup haben erneut herbe Verluste erlitten. Aus ihren Quartalsberichten geht hervor, dass die Citigroup 2,8 Mrd. Dollar abschreiben musste. Bei Merrill Lynch beläuft sich die Summe auf 5,1 Mrd. Dollar. Die Citigroup hat erst vor wenigen Tagen gerade 25 Mrd. Dollar aus dem amerikanischen Rettungspaket erhalten.
Die Citigroup gehört zu den größten Verlierern der Branche. Um die Kosten zu kürzen, werden massiv Mitarbeiter entlassen und Vermögenswerte veräußert. Auch die deutsche Tochter Citibank wurde bereits verkauft.
Aktienkurse stürzen wieder ab
16.10.08
Der Dow-Jones brach am Mittwoch um 7,87% ein. Das ist der stärkste Kursverlust an einem Tag seit 1987. Grund sind Befürchtungen über eine weltweite Rezession. Auch die Angst, dass die Rettungspakete nicht ausreichen könnten, geht weiter um.
Die asiatischen Börsen reagierten auf die Verluste an der Wall Street und gaben ebenfalls nach. Der Nikkei in Tokio verlor über 10%. Experten erwarten, dass sich der Dax dieser erneuten Talfahrt anschließen wird.
Schweizer Banken im Strudel der Finanzkrise
16.10.08
Auch die Schweiz musste jetzt ihre größte Bank vor dem Kollaps retten. Die Großbank UBS hatte bereits im vergangenen Jahr 45 Mrd. Franken abschreiben müssen. Jetzt übernimmt die Nationalbank (SNB) Risikopositionen der UBS in Milliardenhöhe. Die Schweizer Regierung hat angekündigt, die Einlagensicherung zu erhöhen. Bisher sind Einlagen bis zu 30.000 Franken gesichert.
Die Finanzhilfe des Staates wurde auch der Credit Suisse angeboten, die lehnte aber ab. Die Bank erhöhte kürzlich ihr Eigenkapital um 10 Mrd. Franken.
Keine Entwarnung bei Kaupthing-Kunden
15.10.08
Deutsche Kaupthing-Kunden müssen weiter um ihr Geld bangen. Die Bank verschickte eine Mail, in der versichert wird, dass der isländische Einlagensicherungsfond greift. Was diese Aussage wert ist, ist aber unklar. In dem Fond befinden sich ca. 100 Millionen Euro – das reicht nicht, um alle Kunden zu abzusichern.
Die holländische und die englische Regierung haben inzwischen in Verhandlungen mit den isländischen Behörden erreicht, dass den Geschädigten in den Niederlanden und Großbritannien der Mindesteinlagenschutz von 20.000 Euro ausgezahlt wird. Die deutsche Regierung ist bislang noch nicht in Verhandlungen mit den Isländern getreten. Die Geschädigten organisieren sich derweil über das Internet und hoffen so, ihr Erspartes retten zu können.
Merkel erwartet schwierige Zeiten
15.10.08
Zu Beginn der ersten Lesung des Rettungspaketes hat Bundeskanzlerin Merkel eine Regierungserklärung abgegeben. Sie betonte, das Paket würde nicht zum Schutz der Banken sondern zum Schutz der Bürger aufgelegt. Die Funktionsunfähigkeit der Finanzmärkte und die weltweiten Kursstürze an den Börsen in der letzten Woche hätte nicht absehbaren Folgen für Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum haben können.
Merkel glaubt nicht, dass es in Deutschland zu einer anhalten Rezession kommen werde; sie erwartet aber dennoch schwierige Zeiten für die deutsche Wirtschaft.
Die Jagd ist vorbei!
15.10.08
Das Geschehen an der deutschen Börse normalisiert sich. Für den heutigen Mittwoch erwarten Experten einen leichteren Start des Dax. Negative Vorzeichen aus Asien und Amerika werden Rekordgewinne wie am Montag verhindern. Bereits gestern schoss der Dax nur noch um 2,7% nach oben, nachdem es am Montag ein Rekordplus von 11% gegeben hatte.
„Nach dem heftigen Kurseinbruch der Vorwoche und dem Kursfeuerwerk zu Wochenbeginn dürfte sich das Geschehen weiter beruhigen. Der Markt sucht derzeit sein Niveau zwischen dem möglichen Ende der Bankenkrise und dem Beginn der Rezession“, kommentierte ein Aktienhändler.
Teilverstaatlichung von US-Banken
14.10.08
Die amerikanische Regierung kauft sich jetzt nach britischem Vorbild bei neun seiner größten Banken mit 250 Mrd. Dollar ein. Dazu gehören die Citigroup, Bank of America, JP Morgan Chase, Goldman Sachs, Wells Fargo, Morgan Stanley, die Bank of New York Mellon und gerüchteweise auch Merrill Lynch und State Street Corp.
Ziel der Aktion ist es, das Vertrauen in das Finanzsystem und die Funktionsfähigkeit der Kreditmärkte wieder herzustellen. Die staatliche Einlagensicherung soll über drei Jahre lang für bestimmte Verbindlichkeiten garantieren, um den Handel der Banken untereinander anzukurbeln.
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