Aktuelle News zur Finanzkrise
Jobabbau durch Bankenkrise
23.10.08
Die US-Investmanbank Goldman Sachs will 10% seiner ca. 32.500 Mitarbeiter entlassen. Goldman Sachs gehört zu den wenigen Instituten, die bislang trotz der Krise schwarze Zahlen geschrieben haben. Der einstige Investment-Branchenführer wurde inzwischen unter staatlicher Aufsicht zu einer regulären Bank umgeformt.
Schätzungen zufolge hat die Bankenkrise allein in New York bereits 10.000 Arbeitsplätze gekostet. Zehntausende weitere Stellen sind bedroht. Es wird erwartet, dass die Zahl der Stellen in der Finanzbranche noch einmal um 10-20% sinkt.
Razzia bei KfW
22.10.08
Seit heute morgen durchsuchen Beamte von Bundeskriminalamt und Staatsanwaltschaft die Räumlichkeiten der KfW. Grund der Durchsuchung ist ein Ermittlungsverfahren gegen die Vorstände der Bank wegen des Verdachts der Untreue.
Die Bank hatte der US-Bank Lehman Brothers noch 319 Millionen Euro überwiesen – zu einem Zeitpunkt als das Insolvenzverfahren bereits eingeleitet war. Die Ermittler suchen jetzt nach Hinweisen dafür, ob die Vorstände die Überweisung nicht hätten verhindern können.
24 Mrd. Dollar Verlust bei Wachovia
22.10.08
Die US-Bank Wachovia muss im dritten Quartal nach eigenen Angaben 24 Mrd. Dollar Verlust ausweisen. Wachovia muss schon in den vergangenen Monaten hohe Summen abschreiben. Insgesamt hat die Bank in diesem Jahr damit bereits einen Verlust von ca. 34 Mrd. Dollar angehäuft.
Die Wachovia gehört zu den größten und prominentesten Häusern, die durch die Finanzkrise ins Straucheln gekommen sind. Die Aktie schloss gestern bei 6,09 Dollar. Die ehemals viertgrößte US-Bank wird von der Wells Fargo übernommen werden.
BayernLB braucht mehr Geld als erwartet
22.10.08
Nach einer Krisensitzung des Verwaltungsrates wurde bekannt, dass die BayernLB Gelder in Höhe von 6,4 Mrd. Euro benötigt. Erwin Huber (CSU) teilte mit, dass 5,4 Mrd. aus dem Rettungspaket der Bundesregierung beantragt werden, 700 Millionen wird die Landesregierung übernehmen und 300 Millionen kommen von den Sparkassen.
Der Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Michael Kemmer, gab zu, dass der Bank für 2008 ein Verlust von 3 Mrd. Euro drohe. Bereits im ersten Halbjahr hat die Landesbank 600 Mill. Euro verloren, im dritten Quartal kam eine weitere Milliarde Euro dazu.
Ist Island zahlungsunfähig?
21.10.08
Bereits bei der Verstaatlichung der drei größten isländischen Banken Glitnir, Kaupthing und Landesbanki hatte Geir Haarde, der isländische Ministerpräsident, vor einem drohenden Staatsbankrott gewarnt. Jetzt häufen sich die Indizien, dass Island in der Tat zahlungsunfähig ist.
Bereits letzten Mittwoch konnte die Glitnir eine fällige Anleihe in Höhe von 750 Mio. US-Dollar nicht bedienen. Am Montag hat nun die Kaupthing-Bank Zinsen im Wert von 50 Mrd. Yen nicht bezahlt. Regierung und Notenbank versichern hingegen weiterhin die Zahlungsfähigkeit des Staates.
Frankreich stützt Banken
21.10.08
Der französische Staat stützt die Banken Crédit Agricole, Crédit Mutuel, Société Générale, Banque Populaire und Caisse d’Epargne mit 10,5 Mrd. Euro. Die Aktien der Institute stiegen nach der Ankündigung um bis zu 12% an.
Die Maßnahme gehört zu dem letzte Woche bekannt gegebenen französischen Rettungspaket. Das französische Paket ist 360 Mrd. Euro schwer, von denen 320 Mrd. Euro für die Absicherung von Krediten und 40 Mrd. Euro für den Einstieg bei Banken vorgesehen sind.
Landesbanken wollen Rettungspaket nutzen
21.10.08
Der deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) ließ gestern verlauten, dass die Landesbanken Instrumente des staatlichen Paketes nutzen wollen. „Art und Umfang der Nutzung werden im Einzelfall in Verantwortung der einzelnen Institute entschieden werden“, sagte ein Sprecher des Verbandes.
Die NordLB, die SaarLB und die Landesbank Baden-Württemberg gaben am Montag bekannt, dass sie keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen werden. Die BayernLB hatte bereits am Sonntag verkündet 2-5 Mrd. Euro aus dem Rettungspaket zu benötigen.
Keine Panik bei ING-Diba
21.10.08
Die ING-Bank hatte gestern bekannt gegeben, dass sie das niederländische Rettungspaket in Anspruch nehmen muss. Die ING-Gruppe ist der Mutterkonzern der ING-Diba, die in Deutschland 6,5 Millionen Kunden hat.
Die Börsen und die Kunden reagierten derweil nicht panisch auf die Ankündigung der ING-Gruppe, der Aktienkurs stieg sogar um 20%. In Deutschland ist die ING-Diba Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfond. Es wird davon ausgegangen, dass die von Bundeskanzlerin Merkel ausgesprochene Staatsgarantie auch für die ING-Diba gilt.
Strenge Auflagen für Rettungspaket
20.10.08
Der Erhalt von Geldern aus dem Rettungspaket ist ab sofort an strenge Auflagen gebunden. Die Bundesregierung beschloss heute, dass die Managergehälter betroffener Banken maximal 500.000 Euro betragen werden, Bonuszahlungen und Dividenden werden gestoppt.
Außerdem legte die Regierung eine Obergrenze von 10 Mrd. Euro für die Kapitalhilfen und 5 Mrd. Euro für den Ankauf von Risiko-Positionen pro Bank fest. Um weitere risikoreiche Geschäfte verhindern zu können, will der Staat zudem auf die Geschäftspolitik eines betroffenen Institutes Einfluss nehmen können.
Staatshilfe für BayernLB
20.10.08
Die Bayerische Landesbank ist die erste deutsche Bank, die das Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen will. Gerüchteweise benötigt die Bank einen Kapitalzuschuss von 3 bis 5 Mrd. Euro.
Im Rettungspaket sind drei Möglichkeiten der staatlichen Hilfe vorgesehen, Kapitalzuschuss, Garantien oder der Aufkauf von faulen Krediten. Nach Aussage des bayerischen Finanzministers Erwin Huber, will die Bank sie vermutlich alle nutzen: „Sie kommen prinzipiell alle in Frage, auch in Kombination.“
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