Aktuelle News zur Finanzkrise

American Express wird Geschäftsbank

11.11.08

Der Kreditkartenkonzern American Express wird zur Bank. Die amerikanische Notenbank hat den Antrag in einem Eilverfahren genehmigt. Als Hauptgrund für die Umstrukturierung des Konzerns gilt das amerikanische Rettungspaket. Nur Geschäftsbanken haben Aussicht auf Staatsgelder. Die Auswirkungen der Finanzkrise treffen den Konzern stark. Kreditkartenfirmen müssen, wenn sie sich Geld leihen, aufgrund der Kreditklemme höhere Zinsen bezahlen. Hinzu kommt die steigende Kreditausfallrate, da viele Amerikaner ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können.

Parex-Bank verstaatlicht

10.11.08

Die lettische Regierung hat am Wochenende das zweitgrößte Bankinstitut des Landes, die Parex-Bank, verstaatlicht. Für den symbolischen Preis von drei Euro hat der Staat 51% der Bank übernommen. Laut Aussage der Regierung sei dieser Schritt nötig gewesen, um das Institut vor der drohenden Pleite zu bewahren. Die Parex-Bank hatte ebenso wie die isländische Kaupthing in Deutschland Kunden mit hohen Tages- und Festgeldzinsen geworben. Im Gegensatz zu dem isländischen Institut gehören die Parex-Filialen aber dem deutschen Einlagensicherungsfonds an, durch den die Einlagen bis zu 20.000 Euro abgesichert sind.

Milliardenverluste bei Allianz

10.11.08

Im dritten Quartal dieses Jahres hat die Allianz einen Verlust von 2 Mrd. Euro eingefahren. Der Umsatz des Konzerns sank auf 21,1 Mrd. Euro. Vor allem die ehemalige Allianz-Tochter Dresdener Bank belastete das Ergebnis. Auch die Sparten Lebensversicherungen und Vermögensverwaltung stecken in der Krise. Das größte Geschäftssegment des Konzerns, die Schaden- und Unfallversicherung, hat sich hingegen als widerstandsfähig gegen die allgemeine Finanzkrise gezeigt.

Entschädigungsfall für Kaupthing festgestellt

05.11.08

Im Fall der isländischen Kaupthing-Bank hat die isländische Finanzaufsicht endlich den Entschädigungsfall festgestellt. Damit ist der Weg für Betroffene frei, Geld bei der isländischen Einlagensicherung zu beantragen. Alleine in Deutschland sind ca. 30.000 Kunden betroffen. Ob deutsche Kunden tatsächlich Geld aus dem Fonds erhalten, bleibt aber weiterhin fraglich. Der isländische Fonds umfasst lediglich 100 Mio. Euro – eine Summe, die alleine die Einlagen deutscher Sparer nur zu 30% deckt. Hoffnungen auf eine politische Lösung, wie sie von anderen europäischen Staaten ausgehandelt wurde, haben sich nicht erfüllt.

WestLB zieht Sparkassen in die Krise

05.11.08

Riskante Geschäfte der WestLB bedrohen jetzt auch die Stabilität einiger Sparkassen. Viele kleinere Institute in Nordrhein-Westfalen haben in den vergangenen Jahren größere Summen in riskante Kredit- und Wertpapierkonstruktionen der Landesbank investiert. Gerüchten zufolge prüfen einige Institute rechtliche Schritte gegen die Landesbank einzuleiten. Der Vorwurf gegen die WestLB lautet Falschberatung. Tatsächliche Klageeinreichungen gelten in Finanzkreisen aber als unwahrscheinlich, da die betroffenen Manager damit zugeben würden, die Produkte nicht verstanden zu haben.

Obama-Effekt an den Börsen

05.11.08

Weltweit reagieren die Börsen positiv auf den Sieg Barack Obamas bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Von den Erwartungen eines Sieges des Demokraten, waren die Kurse bereits in den vergangenen Tagen nach oben getrieben worden. Experten zufolge wird es sich dabei aber lediglich um einen kurzfristigen Effekt handeln. Der von Obama versprochene Wandel kann und wird sich nicht über Nacht vollziehen.

Ackermann bleibt stur

03.11.08

Erneut hat der Konzernchef der Deutschen Bank betont, dass sein Institut keinerlei Hilfe vom Staat annehmen wird. In einem ZDF-Interview sagte er: „Wir werden aus heutiger Sicht nicht mitmachen, weil wir ja stark sind.“ Schwächeren Banken empfahl er allerdings die Teilnahme an dem Paket. Ackermann distanziert sich damit von Gerüchten, dass die privaten Banken ein gemeinsames Vorgehen bezüglich des staatlichen Paketes vorbereiten. Die Bundesregierung hatte am Wochenende erneut an die Banken appelliert, das Paket auch zu nutzen.

Commerzbank braucht Geld

03.11.08

Im dritten Quartal hat die Commerzbank Verluste von 285 Mio. Euro eingefahren. Das Institut hat jetzt Geld aus dem Rettungspaket der Bundesregierung beantragt; durch eine Finanzspritze von 8,2 Mrd. Euro sollen das Kernkapital erhöht werden, außerdem benötigt die Bank Garantien über 15 Mrd. Euro für Schuldverschreibungen. Mit der Commerzbank nimmt die zweitgrößte private Bank des Landes staatliche Hilfe in Anspruch. Es wird allgemein erwartet, dass sich jetzt auch andere private Banken trauen werden. Bisher hatte lediglich die ohnehin schon angeschlagene Hypo Real Estate Geld aus dem Fonds beantragt.

Kreditkarten-Blase droht zu platzen

31.10.08

Amerikanische Haushalte haben rund 950 Mrd. Dollar Kreditkartenschulden angehäuft. Durch die anhaltende Finanzkrise und die steigenden Arbeitslosenzahlen in den USA droht neues Unheil. Viele Amerikaner schichten ihre Schulden bereits nur noch von einer Kreditkarte auf die nächste um. Die Kreditkartenfirmen reagieren darauf bereits mit Senkungen bei den Verfügungsrahmen, Kündigungen oder Zinserhöhungen. Die Quote der Totalausfälle ist im vergangenen Jahr um fast 50% angestiegen. Die Gewinneinbrüche sorgen bei American Express bereits für einen Stellenabbau von 7000 Jobs.

Privatbanken: Gemeinsam zum Rettungspaket

30.10.08

Laut Aussage von Finanzminister Steinbrück werden in den kommenden Tagen mehrere Banken Geld aus dem staatlichen Rettungspaket beantragen. Gerüchteweise verhandeln die Dresdener Bank, die Commerzbank, die Deutsche Bank und die Postbank über ein gemeinsames Vorgehen. Aus der Finanzwelt heißt es, dass es dabei lediglich um Bürgschaften gehen soll. Die Institute hoffen, dass die alleinige Nutzung der Bürgschaften nur geringe Auswirkungen auf ihre Börsenkurse haben wird. Bisher sind Institute, die Staatshilfe in Anspruch genommen haben, schwer von der Börse abgestraft worden. Unter den Privatbanken war die HRE bisher die einzige, die das Paket in Anspruch genommen hat.

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