Leitzinssenkung der EZB und ihre Auswirkung auf das Baugeld

Reichen die Banken die Leitzinssenkung weiter?

06.07.2012 cs - In Zeiten der Eurokrise und einer schwachen Konjunktur versucht die Europäische Zentralbank (EZB) die Wirtschaft mit einer Leitzinssenkung anzukurbeln. Wie angekündigt wurde der Leitzins von 1,0 auf 0,75 Prozent gesenkt. Ob die Wirtschaft tatsächlich davon profitiert, ist jedoch umstritten. Verbraucher sollten deshalb erst einmal prüfen, wie sich die Leitzinssenkung auf ihr Baugeld auswirkt und nicht voreilig handeln.

Die Leitzinssenkung der EZB bestimmt Kreditkonditionen

Der Hauptrefinanzierungssatz ist der sogenannte Leitzins. Dieser gibt an, wie viel Zinsen die Kreditinstitute zahlen müssen, wenn sie sich bei der EZB Geld leihen. Mit der Leitzinssenkung auf 0,75 Prozent wird die Kreditaufnahme für Banken deutlich günstiger. Ob die Banken nun die günstigen Kreditkonditionen an ihre Kunden weitergeben, bleibt aber ihnen überlassen.

Billige Baugeldkredite dank der Leitzinssenkung

Einigen sich die Banken auf eine Weitergabe des niedrigen Leitzinses, könnten die Konditionen für eine Baufinanzierung noch günstiger werden. Häuslebauer würden dann von der Leitzinssenkung profitieren und könnten sich bei einem Baugeldzins von 3 Prozent eher für einen höheren Kaufpreis der Immobilie entscheiden als bei 6 Prozent. Andererseits sind die steigenden Immobilienpreise und der derzeitige Bauboom Folgen der niedrigen Zinsen.

Die Kehrseite der Leitzinssenkung

Günstige Baugeldkonditionen aufgrund der Leitzinssenkung wären nicht nur für Häuslebauer lukrativ, allgemein würden von den billigen Krediten auch Unternehmen profitieren und mehr in die Wirtschaft investieren. Wer dagegen aber sparen möchte, muss mit niedrigen Renditen rechnen. Sparer sollten deshalb nur in Geldanlagen investieren, die mindestens eine Zwei vor dem Komma aufweisen, denn nur so ist ein Ausgleich der Inflation gegeben.

Banken profitieren von der Leitzinssenkung der EZB

Henning Vöpel, Experte für Geldpolitik am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut rechnet laut dem Magazin „Die Welt“ nicht mit einer Weitergabe der günstigen Kreditkonditionen an den Endverbraucher. Vielmehr werden Kreditinstitute die Margen zur Stabilisierung ihres Eigenkapitals verwenden und die Gewinne für zukünftige Verluste aufbewahren.

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