Ein Jahr nach Fukushima
Gut ein Jahr nach der Energiewende zieht Bundesminister Peter Altmaier Bilanz und lässt die Ziele, besonders beim Stromverbrauch und Erneuerbaren Energien, überprüfen. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte Altmaier, dass 35 Prozent des Stroms bis zum Jahr 2020 aus Erneuerbaren Energien stammen sollen. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt jedoch vom Stromverbrauch ab.
Rückschläge der Energiewende
Nach Angaben des „focus“ wird das Projekt „Grünes Deutschland“ jedoch schwieriger als angenommen. Experten sind sich sicher, dass eine stabile Stromversorgung im Land nicht gegeben ist. So hätte im Winter 2011/2012 der Ausfall eines Kraftwerkes gereicht, um einen Blackout in Deutschland auszulösen. Hinzu verläuft der Ausbau der Stromtrassen schleppend und wird in den nächsten 10 Jahren mehr als 20 Milliarden Euro kosten. Auch der Hoffnungsträger „Offshore-Windkraft“ verzeichnet Rückschläge. Der Bau der Anlagen geht nicht voran, Investitionen bleiben aus, und der Unterhalt der Anlagen ist teurer als gedacht. Selbst die von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und dem Umweltministerium zur Verfügung gestellten 5 Milliarden Euro reichen für die Windkraft auf See nicht aus.
Strompreisanstieg um bis zu 70 Prozent
Peter Altmaier blickt der Energiewende positiv entgegen und sieht diese als Chance für die deutsche Volkswirtschaft. Besonders im Sektor der Umwelttechnologien könnte Deutschland sich zum Vorreiter entwickeln – sofern mit der Energiewende Geld verdient wird. Die Kosten der Energiewende werden am Ende aber wohl die Endverbraucher tragen müssen. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) prognostiziert bis zum Jahr 2025 einen Strompreisanstieg von bis zu 70 Prozent. Dieser ist vor allem auf die Energiewende und den Atomausstieg zurückzuführen.
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