Euro-Krise bremst weiteren Rückgang der privaten Schulden
Insgesamt haben hierzulande 6,4 Millionen Bürger zu viele Schulden, das sind 80.000 weniger als noch im Vorjahr, wie die Wirtschaftsauskunft Creditreform jetzt bekannt gab. Grund für die positive Entwicklung ist der Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Monate, der viele Betroffenen aus der Arbeitslosigkeit geholt hat und ihnen ein regelmäßiges Einkommen bescherte. Experten gehen jedoch davon aus, dass der positive Trend nicht anhalten wird. Die Brisanz der Euro-Krise lässt die Konjunktur schwächeln und führt damit zur Abkühlung des Aufschwungs. Schon allein die gigantische Verschuldung Deutschlands lässt die Wirtschaftsexperten zittern.
Jung, männlich, verschuldet: das Schuldnerprofil
Vor allem junge Männer haben zu viele Schulden. Rund ein Viertel aller privaten Überschuldungen gehen in Deutschland auf das Konto der unter 30-Jährigen. Während die Gesamtzahl der Frauen mit zu viel Schulden um 5,3 Prozent auf rund 2,3 Millionen sank, stieg die Zahl der überschuldeten Männer im vergangenen Jahr sogar noch um 1,2 Prozent auf 4,1 Millionen an.
Mehr Schulden in den alten Bundesländern
Außerdem zeigt die Studie, dass es in den neuen Bundesländern ein größeres Bewusstsein für Sparsamkeit gibt. In den neuen Bundesländern liegt die Schuldnerquote mit 9,3 knapp unter der der alten Bundesländer mit 9,4. Begründet sehen die Autoren diese Tendenz in der vorsichtigeren Nutzung von Krediten und einer größeren Bereitschaft zum Konsumverzicht im Osten.
Wer gilt als überschuldet?
Experten sprechen von Überschuldung, wenn ein Schuldner die Summe seiner finanziellen Verpflichtungen in absehbarer Zeit nicht begleichen kann. Darüber hinaus verfügen überschuldete Menschen über keinerlei Rücklagen oder Vermögen. Als häufigste Gründe für Überschuldung gelten Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit und nicht zuletzt das Konsumverhalten.
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