Abruf- oder Dispokredit?

Welcher Kredit ist für mich der richtige?

Welcher Kredit ist für mich der richtige? Vor- und Nachteile beider Kredite finden Sie hier ...

Abrufkredit - der Flexible

Ein Abrufkredit ist ein variabel verzinslicher Kredit, der durch den Kreditnehmer flexibel in Anspruch genommen werden kann und auch flexibel zurückzuzahlen ist. Üblicherweise wird eine Mindestrate mit dem Kreditgeber vereinbart.

Für einen Abrufkredit verlangen die Banken und Sparkassen zur Zeit zwischen 7,20 - 11,00% effektiven Jahreszins. 

Aufgrund der Flexibilität des Abrufkredites haben Sie jederzeit die Möglichkeit, Teile oder den Gesamtkredit zu tilgen.  Zinsen werden stets "nur" auf das in Anspruch genommene Darlehen berechnet.

Beim Abrufkredit müssen Sie selbst Haushaltsdisziplin halten. Niemand "zwingt" Sie zur Rückführung Ihres Abrufkredites. Die Rückführung, läuft auf "freiwilliger Basis".

Dispokredit - Die Kreditlinie

Auch der Dispokredit ist ein variabel verzinstes Darlehen. Er wird in Form einer Kreditlinie (genehmigte Überziehung) auf dem Girokonto eingeräumt.

Rutscht das Konto z.B. durch einen großen Zahlungsausgang ins Minus, erfolgt eine Verzinsung des in Anspruch genommenen Kreditsaldos. Gehen Zahlungen auf dem Konto ein, wird der Kredit durch diese automatisch getilgt, so dass automatisch weniger Zinsen zu zahlen sind.

Sollten Sie (möglichst nie) auch den eingeräumten und damit genehmigten Kreditrahmen (Dispokredit) überziehen, greifen die Konditionen für den Überziehungskredit bei dieser Bank. Diese sind üblicherweise ca. 3,50% bis 4,50% schlechter als der genehmigte Dispokredit.

Für einen Dispokredit verlangen die Banken und Sparkassen zur Zeit zwischen 8,50 - 14,00% effektiven Jahreszins. Für einen Überziehungskredit (ungenehmigt) 10,00 - 18,00%.

Beim Dispokredit müssen Sie selbst absolute Haushaltsdisziplin halten. Niemand "zwingt" Sie zur Rückführung Ihres Kreditrahmens. Aber Sie zahlen hohe Zinsen. Diese treiben einen den Kreditnehmer schnell tiefer in den Dispokredit und schon ist er in der Schuldenfalle. Die Bank oder Sparkasse reagiert erst, wenn Sie Ihren Dispokredit dauerhaft hoch überzogen haben. Doch dann ist es für Sie bereits sehr teuer!

Fazit

Der Dispokredit ist nur dann zu empfehlen, wenn sehr kurzfristig Kreditmittel benötigt werden und diese mit hoher Sicherheit wieder zurückgeführt werden können.

Ist eine längerfristige Inanspruchnahme geplant, ist der Dispokredit zwar eine einfache, aber sehr teure Lösung.

Der Abrufkredit eignet sich bei längerfristiger Inanspruchnahme speziell, wenn man flexibel bleiben will und ggf. schnell größere Teilbeträge tilgen möchte (z.B. aus dem Weihnachtsgeld o.Ä.). Ist dies nicht geplant, kann man die Gefahr von Zinsänderungen z.B. durch die Wahl eines günstigen Ratenkredites ausschließen.

Der Abrufkredit ist faktisch der gute Mittelweg zwischen dem festen aber unflexiblen Ratenkredit und dem Dispokredit.

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