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Für Anleger war 2009 ein Jahr der gemischten Gefühle. Zwar wurde der Anlegerschutz deutlich verbessert, aber dafür zeigte die Zinskurve fast konstant nach unten. Auch in nächster Zeit ist ein Ende des Zinstiefs nicht zu erwarten. Die Zentralbanken werden die Finanzbranche vorerst weiter mit billigem Geld versorgen, um die Wirtschaft zu stützen. Und das bedeutet niedrige Zinsen, da die Banken dann nicht so stark auf Kundeneinlagen angewiesen sind. Viele Anleger sind sich unsicher, was in dieser Situation zu tun ist. vergleich.de beantwortet die wichtigsten Fragen.




Was hat sich für Anleger verändert? Einiges, und das meiste zum Guten. Seit dem 1. Januar 2009 zahlen Anleger eine Steuer auf ihre Kapitalerträge, die Abgeltungssteuer. Das ist zumindest insofern erfreulich, als mit der Pauschalabgabe von 25 Prozent die Steuerpflichten für die Geldanlage komplett erfüllt sind. Außerdem erfährt das Finanzamt aufgrund des pauschalen Charakters der Steuer keine Details über Zinsen und Aktiengewinne mehr.
Der Anlegerschutz wurde im vergangenen Jahr deutlich verbessert:
- Seit dem 1. Juli 2009 erhalten Anleger im Fall eines Kapitalverlusts durch eine Insolvenz ihrer Bank eine Entschädigung von bis zu 50.000 Euro. Ab Anfang 2011 werden sogar bis zu 100.000 Euro geschützt sein. Zuvor hatte die Obergrenze bei 20.000 Euro gelegen, wobei Anleger für zehn Prozent des Verlusts selbst hatten aufkommen müssen. Die Frist für die Auszahlung der Entschädigung wurde von drei Monaten auf 30 Tage verkürzt.
- Mit seinem Urteil vom 14. Juli 2009 weitete der Bundesgerichtshof die Beratungspflicht der Banken aus. Wünscht ein Kunde ausdrücklich eine sichere Geldanlage, muss das Kreditinstitut ihn auf Risiken im Fall einer Insolvenz hinweisen. Zudem darf die Bank einem solchen Kunden keine Einlage bei ihr selbst empfehlen, wenn sie dafür nur die gesetzliche Einlagensicherung bieten kann.
Ist eine Anlage in Gold sinnvoll? Nur bedingt. Viele haben zur Sicherung ihres Kapitals eifrig Gold gekauft, dessen Preis dadurch explodierte. Alles deutet darauf hin, dass sich diese Entwicklung zunächst fortsetzen wird. Allerdings bringt das Edelmetall keine regelmäßigen Erträge, nur ein Wiederverkauf nach einem Preisanstieg spült Geld in die Kasse. Und auf die momentane Hausse wird irgendwann zwangsläufig ein tiefer Absturz folgen. Daher sollten Sie allenfalls einen kleineren Teil Ihres Kapitals, fünf bis zehn Prozent, in Gold anlegen.
Gibt es noch attraktive Tagesgeldangebote? Tagesgeld bietet derzeit bessere Renditechancen, als es den Anschein hat. Mit ein wenig Geschick lässt sich sogar mehr rausholen als in der Hochzinsphase im Jahre 2008. Zwar lockten damals einige Banken mit fast sechs Prozent Zinsen, doch ging von den Erträgen ein Großteil wieder verloren, da die Inflationsrate bei mehr als drei Prozent lag. Wer für sein Tagesgeld nur den durchschnittlichen Zins von drei Prozent erhielt, hatte am Ende des Jahres sogar ein Minus gemacht. Heute bleibt Anlegern dagegen aufgrund der niedrigen Inflationsrate viel mehr vom Ertrag. Mit dem Top-Tagesgeldzins lässt sich das Ergebnis von 2008 durchaus übertreffen.
Bringen langfristige Anlagen nicht mehr als Tagesgeld? Festgeld ist zwar im Schnitt höher verzinst, kann aber den Top-Tagesgeldzins nicht schlagen. Das schaffen nur sehr langfristige Anlagen. Sie erweisen sich jedoch als Falle, sobald die Zinswende kommt und rentablere Produkte angeboten werden. Banksparbriefe etwa bringen aktuell bis zu gut zwei Prozent mehr als Tagesgeld, aber nur wenn man zehn Jahre lang dabeibleibt – in der jetzigen Situation keine gute Strategie. Tagesgeld ist und bleibt erste Wahl. Anleger erzielen damit eine akzeptable Rendite und können schnell umdisponieren, wenn die Zinswende da ist.
Gibt es noch andere Möglichkeiten? Neuerdings bieten Versicherer Anlageprodukte mit Laufzeiten von wenigen Monaten und Garantiezins an. Da es sich um Lebensversicherungsverträge handelt, ist angelegtes Geld durch das Sicherungssystem der Branche geschützt. Dieser Markt ist jedoch sehr intransparent, da die Assekuranzen die Produkte nur punktuell und eher unter der Hand vertreiben. Zudem wurden die Zinsen offenbar zuletzt stark gesenkt und liegen nun nur noch knapp über dem Top-Tagesgeldzins oder sogar darunter. Da lohnt sich die Mühe des Nachhakens nicht.
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