Der vergleich.de Newsletter im März 2010Artikel weiterempfehlen Mietkauf - Wenn der Traum vom Eigenheim zum finanziellen Sackgasse wird
Kein Geld für eine eigene Wohnung oder das Eigenheim? Dann kann ein Mietkauf verlockend klingen. Doch Verbraucherschützer warnen nicht umsonst vor diesem Modell der Immobilienfinanzierung. Neben hohen finanziellen Belastungen warten noch weitere Risiken auf die Käufer.

Erst mieten, dann zahlen Die angebotenen Mietkauf-Modelle folgen eigentlich immer demselben Muster: Der Käufer zieht als Mieter in ein Haus oder eine Wohnung und verpflichtet sich vertraglich, die angemietete Immobilie nach einer bestimmten Frist zu einem fest vereinbarten Preis zu kaufen. Die Miete wird dabei in Teilen auf den späteren Kaufpreis angerechnet. Und da zeigt sich bereits der erste Haken: Da die Miete nicht vollständig verrechnet wird, verliert der Mietkäufer jeden Monat Geld. Zudem wird die Miete oft von vornherein zu hoch angesetzt, so dass die Mietkäufer den Druck haben, möglichst bald die Immobilie zu kaufen.
Der Rest der Kaufsumme muss extra angespart werden: Mietkäufer haben so jeden Monat eine Doppelbelastung zu stemmen. Wer den Mietkauf über einen Vertrieb abwickelt, soll das nötige Eigenkapital häufig in einem Fondssparplan ansparen, für den die Vermittler noch eine ordentliche Provision bekommen - die natürlich auch der Käufer zahlt. Bringt der Sparplan nicht die erhofften Erträge oder geht die Immobilienfirma pleite, ist das Geld weg.
Teure Ladenhüter Oft wird im Vertrag festgelegt, dass sich der Käufer selbst um die Instandhaltung der Immobilie kümmern muss. Mietkäufer sollten diese Ausgaben nicht unterschätzen, eine Dachsanierung kann schon mal in die Zehntausende Euro gehen. Und was passiert, wenn einem die Immobilie plötzlich nicht mehr gefällt? Dann ist das angesparte Geld futsch und der Mietkäufer hat jahrelang in eine überteuertes Objekt investiert.
Da offenbart sich gleich ein weiterer Pferdefuss: Mietkauf-Objekte sind oft Immobilien, die sich nicht gut verkaufen lassen. Sei es durch eine schlechte Lage, durch ihr Alter oder durch die offenkundige Sanierungsbedürftigkeit – ein Mietkauf ist für den Verkäufer oft die einzige Möglichkeit, das Objekt doch noch loszuwerden.
Kaum Vorteile, aber viele Nachteile So ein Mietkauf muss doch auch Vorteile haben, oder? Einen Vorteil hat der Mietkauf tatsächlich: Der Käufer wohnt schon eine Weile in dem Haus und kennt so die Vor- und Nachteile der Immobilie. Gefällt ihm das Haus nicht, kann er am Anfang meist ohne große Verluste aus dem Vertrag aussteigen – vorausgesetzt, der Vertrag wurde entsprechend ausgehandelt. Doch das ist leider nur selten der Fall.
Wer sich trotz der finanziellen Risiken für einen Mietkauf interessiert, sollte für die Vertragsgestaltung unbedingt einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen. Zudem sollte sich jeder potentielle Mietkäufer folgende Fragen stellen:
- Welche finanziellen Pflichten habe ich als Mieter?
- Ist die angebotene Immobilie belastet?
- Wenn mir das Objekt doch nicht gefällt: Wie hoch sind dann meine finanziellen Belastungen?
- Muss ich bei Umzug oder Verkauf Entschädigung an den Verkäufer zahlen?
- Was passiert, wenn ich die Raten oder den Kaufpreis nicht mehr zahlen kann?
Normales Baudarlehen ist meist günstiger Ein Mietkauf birgt hohe finanzielle Risiken und ist – wenn überhaupt – nur für Personen interessant, die ein hohes Einkommen haben, aber nicht über genügend Eigenkapital verfügen. Oft reicht auch das angesparte Geld am Zahltag nicht aus, um die Immobilie abzulösen, und der Mietkäufer muss dann noch einen Bankkredit aufnehmen. So zahlt er häufig noch bis ins Rentenalter für die Immobilie und das als Altersvorsorge gedachte Haus erfüllt nicht seinen Zweck.
Wer 20 bis 30 Prozent Eigenkapital mitbringt, ist mit einem klassischen Annuitätendarlehen besser beraten. Gerade in der jetzigen Niedrigzinsphase können Käufer ihr Traumhaus günstig finanzieren. Der Käufer wird somit gleich Eigentümer der Immobilie und steht auch offiziell im Grundbuch.
Baugeld Vergleich 
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