Der vergleich.de Newsletter im März 2010

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Mit Vorsicht zu genießen: Geldanlage beim Versicherer 

Mit Vorsicht zu genießen: Geldanlage beim Versicherer

 

Anleger hatten in letzter Zeit wenig Grund zur Freude. Zwar wurde der Anlegerschutz deutlich verbessert, aber dafür zeigte die Zinskurve fast konstant nach unten. Die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld sind seit Februar 2009 von im Durchschnitt drei auf weniger als 1,5 Prozent gefallen. Neuerdings machen jedoch Anlageprodukte von Versicherern von sich reden, deren Zinssätze herausstechen. Sind sie wirklich so attraktiv, wie sie zu sein scheinen? 


Markttransparenz: Fehlanzeige
In den meisten Fällen sind die so genannten Kapitalisierungsprodukte für Bestandskunden gedacht, deren Lebensversicherung ausläuft und deren Geld im Unternehmen gehalten werden soll. Nur ihnen werden die Produkte angeboten, andere Sparer bleiben außen vor.

Zwar haben sich einige Versicherer für alle Anleger geöffnet, aber ihre Zahl ist sehr überschaubar. Von Markttransparenz kann damit nicht wirklich die Rede sein. Konditionen bleiben im Dunkeln, umfassende Produktvergleiche, die überhaupt erst richtige Anlageentscheidungen ermöglichen würden, sind ausgeschlossen. Der Kunde muss auf der Grundlage dürftiger Informationen entscheiden – oder der Empfehlung des Versicherungsmitarbeiters vertrauen.

Falsche Versprechen
Angeboten werden zum Beispiel festgeldähnliche Produkte mit Garantieverzinsung eines begrenzten Betrags bei einer Laufzeit von einem halben oder einem Jahr. Oft sind sie, anders als Festgeld, monatlich oder quartalsweise kündbar. In anderen Fällen gibt es keine feste Laufzeit, sondern der Vertrag verlängert sich quartalsweise. Die Verzinsung dieser Produkte ist nicht sensationell: Der Spitzenreiter, das Parkdepot der AachenMünchener Versicherung, bringt 2,25 Prozent auf bis zu 30.000 Euro (Neukunden) oder einen unbegrenzten Betrag (Bestandskunden). Damit schlägt er zwar Festgeld mit gleicher Laufzeit deutlich. Aber für Tagesgeld kann man fast genauso viel Zinsen bekommen, und das bei höherer Flexibilität: kein Maximalbetrag und tägliche Verfügbarkeit.

Manche Kapitalisierungsprodukte werden als Festgeld oder Tagesgeld beworben („Tagesgeldpolice“), sind aber in Wirklichkeit Kapitallebensversicherungen mit kürzerer Laufzeit. Die Anbieter werben mit einer Verzinsung von über vier Prozent, doch das ist irreführend. Mit dem angegebenen Satz wird wie bei Lebensversicherungen üblich nicht der volle Anlagebetrag verzinst, sondern nur das, was nach Abzug der hohen Verwaltungskosten und der Risikokosten (der Kosten des Todesfallschutzes) davon übrig bleibt. Unter Umständen sind das nur 60 bis 80 Prozent des vollen Anlagebetrags. Zudem ist der Zins meist nur für das erste Jahr garantiert.

Ohnehin ist das gesamte Geschäftsmodell fragwürdig. Da die Versicherer die angebotenen Garantiezinsen derzeit am Kapitalmarkt nicht erwirtschaften können, müssen sie eigentlich für ihre Bestandskunden gedachte Mittel anzapfen. Was die Kurzzeit-Anleger gewinnen, verlieren also die Versicherten.

Anlage und Versicherung trennen!
Ersparnisse bei Versicherungen sind nicht durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken geschützt. Zwar verfügt die Branche über eine eigene Sicherungseinrichtung, Protektor, aber diese übernimmt im Fall einer Insolvenz nur Ansprüche aus eingezahlten Guthaben und garantierter Verzinsung. Überschussbeteiligungen, die in versprochene Renditen eingerechnet sind, gehen verloren.

Fazit: Sparer können die festgeldähnlichen Produkte von Versicherern für eine Investition ins Auge fassen, wenn sie sich an Betragsbegrenzungen nicht stören und keinen Wert auf tägliche Verfügbarkeit legen. Sie sollten aber auf jeden Fall Geldanlage und Versicherungsschutz voneinander trennen. Aktuelle Informationen finden Sie in unseren Geldanlage-Vergleichen.

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