Gas sparen: So senken Sie Ihren Gasverbrauch!

Gas wurde während der Energie­krise immer teurer. Zuletzt sind die Preise wieder gesunken, befinden sich aber immer noch auf einem hohen Niveau. Da ist Gas sparen ange­sagt. Mit ein­fa­chen Mit­teln kön­nen Haus­be­sit­zer und Mie­ter die Kosten reduzieren. Hier lesen Sie prak­ti­sche Tipps, wie Sie Ihren Gas­ver­brauch sen­ken.

Zuständige Redakteurin für die Bereiche Strom & Gas und DSL & Handy
Stand: 07.08.2024

Wie kann ich im Haushalt am besten Gas sparen?

Sie sparen Gas zum einen mit klei­nen Ände­run­gen in Ihrem gewohn­ten Ver­hal­ten und mit ein­fa­chen Schrit­ten wie dem Um­stel­len von Mö­beln. Zum ande­ren kom­men auf­wän­di­ge­re Maß­nah­men wie z. B. der Ein­bau moder­ner Thermo­sta­te und eine besse­re Iso­lie­rung des Gebäu­des dazu. Ins­ge­samt haben Sie eine Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten, wie Sie Gas sparen kön­nen.

Wichtig ist zu unter­schei­den, wo im Haus­halt der Gas­ver­brauch effek­tiv ge­senkt wer­den kann. Es geht dabei um fol­gen­de Be­rei­che:

  • Hei­zen
  • Warm­wasser­ver­brauch in Küche und Bad
  • Lüf­ten
  • Däm­men und Iso­lie­ren Ihres Wohn­ge­bäu­des
Im Haus Gas sparen

Wir haben für Sie zu den einzel­nen Berei­chen prak­ti­sche Tipps zusam­men­ge­stellt, wie Sie so­fort und lang­fris­tig Gas spa­ren kön­nen.

Gas sparen beim Heizen

Heizen ver­braucht in deut­schen Haus­hal­ten mit Ab­stand das meis­te Gas. Dort befin­det sich auch das größ­te Ein­spar­poten­zial. Das Deutsche Institut für Wirt­schafts­for­schung geht von mehr als 20 % des Gas­ver­brauches aus, der ein­ge­spart wer­den könn­te, wenn Sie mit Gas rich­tig und effek­tiv hei­zen. Mit fol­gen­den Maß­nah­men spa­ren Sie bei der Gas­hei­zung und redu­zie­ren Ihre Heiz­kos­ten.

  • Um Gas zu sparen, lassen Sie regel­mäßig, mindes­tens einmal im Jahr, einen Hei­zungs­ex­per­ten kommen und Ihre Heiz­an­lage und Gas­therme über­prü­fen. Bei der War­tung kontrol­liert der Fach­mann alle Bau­teile, Ven­tile und den Gas­bren­ner. Dieser ist beson­ders wich­tig, weil ein defek­ter oder schlecht ein­ge­stell­ter Bren­ner den Gas­ver­brauch nach oben treibt. Eventu­ell bie­tet sich sogar der Kauf einer neu­en Gas­ther­me an. Moder­ne Geräte ver­brau­chen deut­lich weni­ger Gas.

  • Nicht jeder Raum benö­tigt die gleiche Raum­tempera­tur. Viele Men­schen füh­len sich in einem war­men Bade- oder Wohn­zim­mer wohl, können aber in einem weni­ger ge­heiz­ten Schlaf­zim­mer besser schla­fen. Es lohnt sich, je nach Nut­zung die opti­ma­le Raum­tempe­ra­tur über das Thermos­tat am Heiz­kör­per ein­zu­stel­len. Über­heiz­te Räume kos­ten Geld. Die Reduk­tion der Raum­tempera­tur um 1 Grad ver­rin­gert den Ener­gie­ver­brauch um ca. 5 %.

    Heizungs­ex­per­ten empfeh­len fol­gen­de Richt­wer­te für die opti­male Raum­tempera­tur.

    Optimale Raumtemperatur anhand der Nutzung

    RaumnutzungRaumtemperatur
    Wohnzimmer20–22 Grad Celsius
    Schlafzimmer16–18 Grad Celsius
    Kinderzimmer22–24 Grad Celsius
    Bad22 Grad Celsius
    Küche17–18 Grad Celsius
    Flur18 Grad Celsius
  • Ein moder­nes, elektro­ni­sches Thermo­stat am Heiz­kör­per er­mög­licht Ihnen eine sehr viel genaue­re Ein­stel­lung der gewünsch­ten Raum­tempe­ra­tur als das Ein­stel­len per Hand. So sen­ken Sie effek­tiv Ihren Ver­brauch und spa­ren Heiz- und Gas­kos­ten. Nach Anga­ben des Umwelt­bundes­am­tes sind Er­spar­nis­se bis zu 10 % an Heiz­ener­gie mög­lich. Sie er­hal­ten ein güns­ti­ges Thermo­stat im Bau­markt be­reits für unter 30 €, hoch­wer­ti­ge Model­le kos­ten zwischen 50 und 90 €.

  • In der Nacht nut­zen Sie in den meis­ten Fäl­len nur einen Raum, das Schlaf­zim­mer. Alle ande­ren Räume müs­sen nachts nicht die hohe Tempera­tur haben, die tags­über not­wen­dig ist. Ihren Gas­ver­brauch sen­ken Sie, wenn Sie die Küche oder das Ar­beits­zim­mer geringer be­hei­zen. Ent­we­der regeln Sie mor­gens und abends die Tempe­ra­tur per Hand an jedem Heiz­kör­per oder Sie stel­len Ihre Hei­zung auf Nacht­ab­sen­kung. In der Be­dienungs­an­lei­tung fin­den Sie die Er­läute­run­gen, wie Sie dabei kon­kret vor­ge­hen.

    Damit ist nicht ge­meint, dass Sie die Hei­zung kom­plett aus­schal­ten, wenn Sie z. B. tags­über nicht zu­hau­se sind. Die Woh­nung wür­de in diesem Fall zu sehr aus­küh­len und beim er­neu­ten Durch­hei­zen wird eine große Men­ge Ener­gie ver­braucht. Besser ist es, die Hei­zung durch­gän­gig lau­fen zu las­sen und nachts die Tempe­ra­tur zu redu­zie­ren.

  • Damit die Hei­zung effek­tiv funktio­niert, ist eine opti­male Wärme­ver­tei­lung inner­halb des Hei­zungs­sys­tems not­wen­dig. Aller­dings bil­den sich im Sommer oft kleine Luft­bläs­chen in dem Rohr­sys­tem der Hei­zung, was beim Hoch­fah­ren der Hei­zung zum Herbst und Win­ter zu einer un­güns­ti­gen Wärme­ver­tei­lung führt. Häu­fig hören Sie dann deut­liche Glucker­ge­räu­sche, was ein kla­res Zeichen für Luft­an­samm­lun­gen in der Hei­zung ist.

    Darum emp­fiehlt sich das Ent­lüf­ten der Heizung vor jedem Win­ter. Dazu öff­nen Sie das Ventil am Heiz­kör­per mit einem Schrauben­zie­her oder einem Spezial­schlüs­sel so lange, bis Wasser her­aus­tropft. Das wieder­ho­len Sie an je­dem Heiz­kör­per. In einem mehr­stöcki­gen Haus am bes­ten von un­ten nach oben.

  • Im Winter laufen der Bren­ner und die Um­wälz­pum­pe Ihrer Hei­zung im Hoch­be­trieb. Das muss so sein, damit Ihr Haus oder Ihre Woh­nung kon­stant er­wärmt wer­den. Dabei wird viel Ener­gie ver­braucht. Ist die Heiz­perio­de vorbei, dann stellen Sie Ihre Hei­zung auf Sommer­be­trieb um. Die energie­fres­sen­den Gerä­te wer­den so in eine Art Ruhe­mo­dus ver­setzt und Sie spa­ren sowohl Gas als auch Strom.

    In den meis­ten Fäl­len las­sen sich Hei­zun­gen problem­los über die Be­dienung ein­stel­len. Wie Sie Ihre Heizung kon­kret auf Sommer- und Winter­be­trieb ein­stel­len, le­sen Sie in der Bedienungs­an­lei­tung. Moder­ne Heizungs­sys­teme stel­len sich auto­ma­tisch auf Sommer­be­trieb um, so­bald eine bestimm­te Tempe­ra­tur er­reicht ist.

  • Unabhängig von der rich­ti­gen Justie­rung Ihrer Hei­zung sen­ken Sie den Gas­ver­brauch Ihrer Woh­nung mit eini­gen ganz ein­fa­chen Maß­nah­men, die sich so­fort um­set­zen las­sen und kurz­fris­tig wir­ken. Dazu gehö­ren:

    • Räu­men Sie die Heiz­kör­per frei: Sessel, Regale, Gardi­nen und Vor­hän­ge ver­hin­dern den Wärme­aus­tausch im Raum, so­dass die Hei­zung mehr Ener­gie ver­braucht. Weg damit!
    • Reini­gen Sie Ihre Heiz­kör­per: Staub auf der Hei­zung wirkt wie eine iso­lieren­de Schicht. Ent­fernen Sie ihn!
    • Hal­ten Sie die Tü­ren geschlos­sen: Oft sind Zim­mer unter­schied­lich warm. Bei offe­nen Innen­tü­ren sprin­gen die Hei­zun­gen in den war­men Räu­men öf­ter an, weil die Wär­me ver­lo­ren geht. Türen zu!
    • Schlie­ßen Sie nachts Vor­hän­ge und Jalou­sien: Sin­ken die Tempe­ra­tu­ren, dringt Käl­te von außen ein, gerne über die Fens­ter. Des­halb Außen­jalou­sien run­ter und Vor­hän­ge im Innern zu­zie­hen!
Weniger Strom = weniger Gas

Übrigens, auch Strom sparen hilft, den Gas­ver­brauch zu sen­ken. Nach An­ga­ben des Statis­ti­schen Bundes­am­tes wird deutsch­land­weit ein An­teil von ca. 13 % am Gas­ver­brauch für die Produk­tion von Strom ge­nutzt. Das be­deu­tet, wer Strom spart, hilft gleich­zei­tig beim Gas spa­ren. Tipps zum Strom spa­ren fin­den Sie in unserem Rat­ge­ber „Strom spa­ren“.

Gas sparen: Tipps für Küche und Bad

Nicht nur beim Thema Gas­hei­zung lässt sich Ener­gie spa­ren. Auch in der Küche und im Bad kön­nen Sie Erd­gas spa­ren. Denn Was­ser muss erst einmal er­wärmt wer­den, bevor es als Warm­was­ser aus der Lei­tung kommt und zur Ver­fü­gung steht. Außer­dem wird Strom auch zu einem An­teil aus Erd­gas gewon­nen. Mit ein­fa­chen Ver­haltens­ände­run­gen sen­ken Sie Ihren Wasser-, Strom- und Gas­ver­brauch.

  • In eine Bade­wanne passt zwei- bis drei­mal so viel Was­ser, wie Sie beim Du­schen ver­brau­chen. Des­halb bringt Du­schen sehr viel weni­ger Energie­ver­brauch mit sich als Ba­den. Wenn Sie dann noch beim Ein­sei­fen das Wasser aus­ma­chen und erst zum Ab­spü­len wieder an­ma­chen, spa­ren Sie noch mehr Warm­was­ser und somit Gas.

    Außer­dem hilft ein spar­sa­mer Dusch­kopf, den Gas­ver­brauch zu sen­ken. Nach An­ga­ben der Ver­braucher­zentra­le Nord­rhein-West­falen benö­ti­gen Sie mit einem speziell ver­brauchs­ar­men Dusch­kopf 50 % weniger Was­ser.

  • Je weniger Warm­was­ser Sie ver­brau­chen, des­to kräf­tivger sen­ken Sie Ihren Gas­ver­brauch. Ein ein­facher Trick be­trifft das Zähne­put­zen und Hände­wa­schen. Nutzen Sie kal­tes Was­ser statt war­mes, auch das hilft beim Ener­gie- und Gas spa­ren.

  • Die Küche bietet ein weite­res Feld zum Strom- und Gas spa­ren: das Ko­chen. Mit eini­gen Tricks lässt sich am Herd ganz ein­fach Ener­gie spa­ren.

    • Nut­zen Sie beim Ko­chen immer einen Topf­deckel. So wird das Was­ser schnel­ler heiß und die Wär­me bleibt im Innern er­hal­ten.
    • Stel­len Sie Koch­töpfe und Pfan­nen auf die passen­den Herd­plat­ten. Stehen Töpfe auf zu großen Plat­ten, geht Ener­gie ver­lo­ren.
    • Nut­zen Sie beim Backen die Um­luft-Funk­tion. Das Er­hit­zen von Lebens­mit­teln geht schnel­ler als mit Ober- und Unter­hit­ze.

Richtiges Lüften senkt den Gasverbrauch

Viel Wärme geht wäh­rend der Heiz­perio­de durch an­ge­kipp­te oder leicht auf­ge­stell­te Fens­ter ver­lo­ren. Die stän­di­ge Zu­fuhr kal­ter Außen­luft bringt die Hei­zung fort­lau­fend da­zu, die Tempe­ra­tur nach oben an­zu­pas­sen. Das ver­braucht viel Gas.

Weni­ger Ener­gie ver­braucht das „Stoß­lüf­ten“. Das bedeu­tet, Sie öff­nen mehr­mals täg­lich alle Fens­ter für 5–10 Minu­ten und sor­gen so für einen um­fang­rei­chen Luft­aus­tausch. Gleich­zei­tig dre­hen Sie die Hei­zung wäh­rend des Lüf­tens herun­ter und erst an­schlie­ßend wie­der hoch. So ver­hin­dern Sie das Aus­küh­len der Räume und sor­gen für frische Luft im Win­ter.

Den Gasverbrauch senken durch Dämmen und Isolieren

Ein besonders großes Ein­spar­poten­zial beim Gas­ver­brauch steckt in den Gebäu­den selbst. Gut iso­lier­te Gebäu­de las­sen im Win­ter weni­ger Wär­me nach au­ßen drin­gen und es muss weni­ger ge­heizt wer­den. Des­halb sind beson­ders für Immo­bilien­be­sit­zer Maß­nah­men zur Gebäude­däm­mung interes­sant. Zu­mal es eine um­fang­reiche staat­liche KfW-För­de­rung wie die Bundes­förde­rung für effi­zien­te Gebäu­de gibt, die mit Zu­schüs­sen und Kre­di­ten diver­se Um­bau­maß­nah­men unter­stützt.

Aber auch Mieter können mit eige­nen Maß­nah­men aktiv wer­den. Wer für gut iso­lier­te Fens­ter und Tü­ren sorgt, ver­braucht weni­ger Gas zum Hei­zen. Das geht z. B. mit einem Dich­tungs­band oder mit Iso­lier­folien, die auf die Fens­ter ge­klebt wer­den. Auch über frei­lie­gen­de Heizungs­roh­re kann Wär­me ver­lo­ren ge­hen. Um das zu ver­hin­dern, bie­ten sich Dämm­schläu­che an, die es im Bau­markt gibt.

Checkliste: Wie kann ich Gas sparen?

Die Checkliste ent­hält zu­sam­men­ge­fasst die Maß­nah­men, mit denen Sie zu­hau­se Gas spa­ren kön­nen.

  • regelmäßige Wartung der Heizanlage
  • Heizthermostat richtig einstellen
  • moderne Thermostate verwenden
  • Heizung jeweils auf Sommer
  • und Winterbetrieb umstellen
  • Nachtabsenkung nutzen
  • Heizung entlüften
  • Heizkörper frei räumen
  • Heizkörper reinigen
  • Türen geschlossen halten
  • nachts Vorhänge und Jalousien schließen
  • Duschen statt Baden
  • sparsamen Duschkopf benutzen
  • Händewaschen und Zähneputzen mit kaltem Wasser
  • nicht unnötig warmes Wasser laufen lassen
  • beim Kochen Deckel benutzen
  • beim Kochen Töpfe und Pfannen auf die richtige Herdplatte stellen
  • beim Backen besser Umluft als Ober-/Unterhitze nutzen
  • richtig Lüften (Stoßlüften)
  • Türen schließen - Heizungsrohre gut dämmen
  • Fenster und Türen isolieren
  • die Dämmung der Fassade und des Daches erneuern

 

Experten-Interview mit Carina Vogel, Referentin Energie bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Hohe Gas­preise, der Not­fall­plan Gas und die inzwischen ausgelaufene Gas­preis­bremse der Bundesregierung. In Deutsch­land wird seit einigen Jahren viel über den Gas­ver­brauch und die Mög­lich­kei­ten zum Gas­spa­ren dis­ku­tiert. Im Mittel­punkt steht dabei das Hei­zen. Wir haben mit Carina Vogel, sie ist Refe­ren­tin Ener­gie bei der Ver­braucher­zentra­le Schles­wig-Hol­stein, gespro­chen und nach Tipps ge­fragt, die sich schnell im Porte­mon­naie bemerk­bar ma­chen.

Frau Vogel, das Heizen spielt eine große Rolle beim Gas­sparen. Gibt es ein oder zwei Maß­nah­men, die nahe­zu je­der so­fort durch­füh­ren kann, die schnell hel­fen?

Carina Vogel:  Ganz einfach geht das Däm­men der Heizungs­rohre und Heizungs­arma­tu­ren. Sie spa­ren pro Meter Rohr bis zu 20 € im Jahr – es lohnt sich also auch bei weni­gen Me­tern. Mit einer Rohr­däm­mung stel­len Sie sicher, dass auf Dau­er keine Wär­me auf dem Weg vom Kel­ler durchs Haus ver­lo­ren geht. Die Däm­mung macht sich be­reits in weni­ger als einem Jahr be­zahlt!

Un­dichte Außen­tü­ren und Fens­ter ver­grö­ßern Wärme­ver­luste in Haus und Woh­nung und sor­gen für unan­ge­nehme Zug­luft. Um die Dichtig­keit von Fenstern zu prü­fen, kann ein Blatt Pa­pier zwi­schen Rahmen und geschlos­se­nem Fens­ter ge­klemmt wer­den. Lässt sich das Papier nicht heraus­zie­hen, ist das Fens­ter dicht genug. Bei Haus- und Wohnungs­tü­ren kann meist nachträg­lich ein Dicht­pro­fil leicht ange­bracht wer­den, um Heiz­ver­lus­te zu mini­mie­ren.

Haben Sie weitere Tipps, um mit ein­fachen Mitteln beim Hei­zen Gas zu sparen?

Carina Vogel:  Die Heiz­körper nicht mit Vor­hän­gen ver­decken und mit Möbeln zu­stellen! Denn die Heiz­ener­gie kann sonst nicht voll ausge­nutzt wer­den, da die Wohn­räume da­durch nicht gleich­mäßig aufge­heizt wer­den kön­nen. Eine ein­fache Regel lau­tet, dass jeder Heiz­kör­per gut zu sehen sein soll­te, damit die Raum­luft ihn un­ge­hindert um­strö­men kann. Ebenso wichtig ist es, die Heiz­kör­per sauber zu hal­ten, da Staub­ab­lage­run­gen die Heiz­leis­tung min­dern.

Werden die Heiz­kör­per nicht im vollen Um­fang warm oder sind gluckern­de Geräu­sche zu hö­ren, ist meist Luft im Spiel. Die Heiz­an­lage muss dabei mehr Ener­gie auf­brin­gen, um die Räum­lich­kei­ten zu er­wär­men. Ab­hil­fe bringt die Ent­lüf­tung mit einem Ent­lüf­tungs­schlüs­sel. Damit lässt sich einfach und un­kompli­ziert die Luft aus den war­men Heiz­kör­pern ab­las­sen.

Beim Thema Heizen ist das Thermo­stat beson­ders wich­tig. Worauf kommt es dabei an?

Carina Vogel:  Ein Thermos­tat­ven­til lässt nur so lange heißes Wasser durch einen Heiz­kör­per flie­ßen, bis Ihre Wunsch­tempe­ratur er­reicht ist. Wel­che Tempe­ra­tur das ist, hängt von Ihrem persön­lichen Empfin­den und der Nut­zung des Raums ab. Tempe­ra­turen zwi­schen 18° Cel­sius im Schlaf­zimmer und 21° Celsius im Wohnzimmer reichen meis­tens aus. In unge­heiz­ten Räu­men soll­te die Tempe­ra­tur nicht unter 16° Cel­sius fal­len – sonst droht Feuchtig­keit an den Wän­den und Schim­mel, falls nicht gleich­zei­tig aus­rei­chend ge­lüf­tet wird.

So stel­len Sie das Thermos­tat rich­tig ein: Bei einem Stand­ard-Thermos­tat ent­spricht Stufe 2 etwa 16° Celsius, Stufe 3 etwa 20° Celsius und Stufe 4 etwa 24° Celsius. Viele Per­so­nen drehen ihr Thermostat auf Stufe 5 – damit die Räume vermeint­lich schnel­ler warm wer­den. Das ist nicht not­wen­dig: Es verschwen­det viel Energie und der Raum fühlt sich mit molli­gen 28 Grad schnell zu heiß an!

Oft wird auch ein Heizungstausch als Maß­nahme mit großem Spar­poten­zial vor­ge­schla­gen. Wann ist das sinnvoll?

Carina Vogel:  Eine zukunfts­orien­tierte Ent­schei­dung ist sinn­voll. Der Heizungs­aus­tausch sollte früh­zei­tig und sorg­fäl­tig ge­plant wer­den, denn meist ist es eine Ent­schei­dung für die nächs­ten 20 Jahre! Zusätz­liche Fakto­ren sind gesetz­liche Vor­ga­ben oder Sanierungs­vor­haben. Jede nicht ver­brauch­te Kilo­watt­stun­de spart am meis­ten ein. Also ist es sinn­voll zuerst die Gebäude­hülle unter die Lupe zu nehmen.

Heute können Sie zwi­schen vie­len verschie­de­nen Heizungs­sys­temen und Energie­trä­gern wählen. Es gibt auch Hybrid­systeme, also zwei oder mehre­re Heiz­techni­ken, wie bspw. Wärme­pumpe kombi­niert mit einer Photo­vol­taik-An­lage oder auch plus einer Solar­ther­mie-Anlage. Die neue Hei­zung soll­te zu Ihren Bedürf­nis­sen pas­sen und den jet­zigen sowie zukünf­tigen Zu­stand Ihres Hau­ses berück­sich­ti­gen. Zudem sollten Sie im Blick haben, dass das Hei­zen mit fossi­len Brenn­stoffen wie Öl und Gas jedes Jahr aufgrund des CO2-Preises teurer wird. Ab 2026 ist der Ein­bau von Öl­hei­zun­gen nur für nach­ge­wiese­ne Aus­nah­men mög­lich.

Worauf sollte man bei einem Heizungstausch achten?

Carina Vogel:  Haben Sie sich für ein neues Heiz­sys­tem ent­schie­den? Holen Sie bei Ihren Heizungs­fach­be­trie­ben vor Ort mehre­re indi­vidu­elle Ange­bo­te ein. Ver­glei­chen Sie die Kosten und Leis­tungs­ange­bote für die neue Hei­zung gut und wählen Sie einen seriö­sen Fach­be­tieb für Ihre Heizungs­moderni­sierung. Auch die Energie­bera­ter der Verbraucher­zentra­le schauen über Angebote und beraten Sie indi­vidu­ell nach Qualität, Quan­tität und Nut­zung.

Das Interview wurde im August 2024 aktualisiert.

Warum sind die Gaspreise so hoch?

Die Ursache für die hohen Gas­prei­se liegt bei der ge­stie­ge­nen glo­ba­len Nach­fra­ge im Groß­han­del. Zum einen sprang nach den Ein­brü­chen in­fol­ge der Corona-Pande­mie bereits 2021 welt­weit die Wirt­schaft wie­der an. Zum ande­ren sorgt die Ver­knap­pung der Gas­liefe­run­gen von Russ­land nach Euro­pa im Früh­jahr und Sommer 2022 für eine wei­ter­hin star­ke Nach­fra­ge auf dem Welt­markt. Das Er­geb­nis ist eine Energie­krise mit ho­hen Gas- und Strom­prei­sen und einer stei­gen­den Infla­tion.

Anbieter wechseln und Gaskosten reduzieren

Da viele Gas­an­bie­ter die Preise unter­schied­lich er­höht ha­ben, kann es gut sein, dass Sie bis­her nicht den güns­tigs­ten Gas­tarif in Ihrer Re­gion ge­wählt haben. Möglicher­weise gibt es einen An­bie­ter mit bes­se­ren Kondi­tio­nen für Ihren Wohn­ort. Des­halb lohnt sich der Blick in unse­ren Gas­ver­gleich, der Ihnen nach weni­gen Klicks eine Über­sicht über die aktu­ellen Ange­bote bie­tet. So können Sie in Ruhe ver­glei­chen und, wenn Sie möch­ten, zu einem günsti­ge­ren Gas­an­bie­ter wech­seln.

Was ist ein niedriger Gasverbrauch?

Ein niedri­ger Gas­ver­brauch liegt bei ca. 120–130 kWh pro Qua­drat­me­ter Wohn­fläche im Jahr. Diese Zahl er­gibt sich aus An­ga­ben zum durch­schnitt­lichen Gas­ver­brauch. Nach dem Ber­li­ner Energie­ver­sor­ger Gasag liegt der durch­schnitt­liche Gas­ver­brauch bei 140 Kilo­watt­stun­den (kWh) pro Qua­drat­me­ter Wohn­fläche für Hei­zung und Warm­was­ser. Bei größe­ren Haus­hal­ten mit mehre­ren Perso­nen steigt dieser Wert auf 150–160 kWh. Ande­re Gas­ver­sor­ger be­schrei­ben einen Durch­schnitts­ver­brauch von 160 kWh.

Fol­gen­de Tabel­le ver­gleicht einen durch­schnitt­lichen mit einem nied­ri­gen Jahres­ver­brauch um­ge­rech­net auf die Wohn­fläche.

Jährlicher Gasverbrauch anhand der Wohnfläche

Wohnfläche

durchschnittlicher Gasverbrauch

niedriger Gasverbrauch

1 qm

150 kWh

125 kWh

40 qm

6.000 kWh

5.000kWh

60 qm

9.000 kWh

7.500 kWh

80 qm

12.000 kWh

10.000 kWh

100 qm

15.000 kWh

12.500 kWh

Es han­delt sich bei den ge­nann­ten Zah­len um unge­fähre An­ga­ben, da der rea­le Gas­ver­brauch von vie­len Fak­to­ren ab­hängt, z. B.

  • von der Wohn­fläche
  • vom Al­ter und Zu­stand der Hei­zung
  • vom indi­vidu­el­len Ver­hal­ten
  • vom Al­ter des Gebäu­des
  • und da­von, ob das Warm­was­ser im Haus­halt mit Gas er­wärmt wird

Oft wird auch ge­fragt, wann man am meis­ten Gas braucht. Unge­fähr die Hälf­te des jähr­li­chen Gas­ver­brauches fin­det im Win­ter zwi­schen Dezem­ber und Febru­ar statt. Diese Mona­te bil­den den Höhe­punkt der Heiz­perio­de. Dem­ent­spre­chend kann in diesem Zeit­raum auch eine große Menge Gas ge­spart wer­den.

Was bedeuten die Alarmstufen Gas?

Es gibt einen drei­stu­fi­gen Not­fall­plan Gas, den die Bundes­netz­agen­tur gemein­sam mit dem Wirt­schafts­minis­teri­um er­stellt hat. Er ent­hält

  • eine Früh­warn­stufe: Es gibt Hin­weise auf eine Ver­schlech­te­rung der Gas­ver­sor­gung. Energie­ver­sor­ger und Behör­den bil­den einen Krisen­stab, der regel­mäßig die Lage beur­teilt. Der Staat greift noch nicht ein.
  • eine Alarm­stufe: Es liegt eine Stö­rung der Gas­ver­sor­gung vor. Das Wirt­schafts­minis­te­rium kann beschlie­ßen, dass höhe­re Gas­prei­se direkt an die Ver­brau­cher weiter­ge­ge­ben wer­den.
  • eine Not­fall­stufe: Es herrscht eine star­ke Stö­rung des Gas­mark­tes. Die Bundes­netz­agen­tur ent­schei­det über die Gas­ver­tei­lung.
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