SERVICETEST: Welches Tagesgeld passt zu mir?

Servicetest TagesgeldIn diesem Jahr möchte ich unbedingt meine privaten Finanzen „auf Vordermann“ bringen. Der erste Schritt auf diesem Weg: Ein neues Tagesgeld muss her, weil ich einen Teil meines Geldes zwar ständig zur Hand haben möchte. Auf meinem bisherigen Tagesgeldkonto bei meiner Hausbank verliert es wegen einer Inflationsrate von 2,3 Prozent (Stand: Februar 2012) gerade faktisch an Wert.

Unzählige Tagesgeld-Anbieter und die “Qual der Wahl”

Natürlich werfe ich bei meiner Suche einen Blick auf das aktuelle Tagesgeld-Angebot. Die momentanen Top-Partner sind ING-DiBa und MoneYou. Bei der ING-DiBa erhalte ich 2,25 Prozent plus 20 Euro Gutschrift, bei MoneYou den höheren Zinssatz von 2,75 Prozent. Außerdem interessieren mich die VTB mit 2,7 Prozent sowie Bank of Scotland (30 Euro Gutschrift, 2,6 Prozent) und Barclays mit 2,5 Prozent. Beim Angebot von Barclays ist die Entwicklung des Tagesgeldzinssatzes für drei Jahre direkt an den Verlauf des EZB-Zinses gebunden. Nach meinem Renditecheck sind ING-DiBa und MoneYou die großen Favoriten.

Einlagensicherung – am besten über 100.000 Euro

Ganz so einfach fällt meine Entscheidung allerdings nicht: Die Einlagensicherung der Anbieter ist mir ebenfalls sehr wichtig. Schließlich will ich im Insolvenzfall meine Einlage zurückbekommen. Am liebsten wäre es mir, wenn der betreffende Anbieter mein Geld über die gesetzliche 100.000-Euro-Grenze der EU hinaus absichert.

Und wie schneidet der Telefonservice ab?

Ein weiterer entscheidender Punkt ist für mich der Telefonservice der Anbieter. Gerade von einer Direktbank möchte ich auf Fragen am Telefon möglichst schnelle und kompetente Antworten erhalten. Auch zu Details, die nicht auf den Webpages und Produktprospekten der Banken zu finden sind.

Der Telefonservice von 5 Tagesgeld-Anbietern im Test

Ein Test kann da doch nicht schaden, oder…? Deshalb habe ich den Telefonservice meiner 5 Favoriten – ING-DiBa, MoneYou, VTB, Bank of Scotland und Barclays – genutzt: Um gleich mehrere Bereiche abzudecken, habe ich mich deshalb nach organisatorischen Details erkundigt, nach der Zinsentwicklung, um die Konstanz der Verzinsung abschätzen zu können, und danach, was nach einer Insolvenz mit meiner Einlage passiert. Hier ist das Ergebnis:

1. Wann und wie oft werden bei Ihnen die Kontoauszüge zugestellt?

Die meisten Anbieter schicken keine gedruckten Kontoauszüge mehr zu, sondern legen die Auszüge regelmäßig im Online-Account ihrer Kunden ab. Nur die ING-DiBa sendet ihren Kunden die Kontoauszüge noch einmal pro Jahr zu. Bei MoneYou sind die Kontoauszüge jederzeit als PDF-Datei verfügbar. Barclays liefert die Auszüge einmal im Monat online. Bank of Scotland nur einmal im Jahr, ansonsten muss sich der Kunde mit der Umsatzanzeige im Online-Account begnügen.

2. Was sollte ich beim Freistellungsauftrag für das Tagesgeld beachten?

Alle fünf Anbieter verfügen über die Möglichkeit, den Freistellungsauftrag online auszufüllen. Die Servicemitarbeiter gaben mir Anleitungen, wo ich den Freistellungsauftrag im Account finde. Zwei Mitarbeiter, von ING-DiBa und MoneYou, hakten außerdem nach, ob mein Sparerpauschbetrag einzeln oder doppelt veranlagt wird und gaben mir weitere Informationen zum Freistellungsauftrag: Die doppelte Veranschlagung ist bekanntermaßen nur bei Ehepaaren möglich und als einzeln Veranlagte habe ich einen Betrag von maximal 801 Euro durch Zinserträge und Dividendenzahlungen steuerfrei. Diese Infos sind zwar vielen Anlegern bereits bekannt. Trotzdem kann es sich auszahlen, beim Abschluss eines Kontos noch einmal an diese Regelung erinnert zu werden, zum Beispiel, wenn dadurch erst der Sparerpauschbetrag überschritten wird.

3. Wann haben Sie zuletzt ihren Zinssatz für Tagesgeld verändert?

Hier hat sich in letzter Zeit einiges getan – leider zeigte der Trend bei vielen Anbietern leicht abwärts: ING-DiBa korrigierte beispielsweise ihren Zinssatz für Tagesgeld im März nach unten, auch Bank of Scotland verringerte ihren Zins zum ersten Mal seit knapp einem halben Jahr. MoneYou und VTB zeigen sich hier (noch) beständiger und halten an ihren Zinssätzen fest. Dies muss in Zukunft nicht unbedingt so weitergehen.

Alle haben – auch nach den Zinssenkungen – für mich den Vorteil, dass ihre Verzinsung über der Inflationsrate liegt. Mein Geld verliert also nicht an Wert, wenn ich es auf einem der Tagesgeldkonten parke.

4. Wie wird das Guthaben verzinst, wenn sich der Anlagebetrag verändert?

Hier gab es ohne Ausnahme das gleiche Ergebnis – die Einlagen werden von den Anbietern täglich neu verzinst. Dementsprechend erfolgt auch die Verzinsung des neuen Gesamtbetrags allerspätestens am nächsten Werktag.

5. Wann und wie würde ich bei einer Insolvenz meine Einlage zurückerhalten?

Die Servicemitarbeiter verwiesen mich hier auf die jeweilige Einlagensicherung:

– Bei ING-DiBa greift bis maximal 100.000 Euro die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Bei höheren Summen springt der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken ein – momentan pro Person bis höchstens 1,35 Milliarden Euro.

– Einlagen bei MoneYou sind bis 100.000 Euro durch den niederländischen Einlagensicherungsfonds abgesichert. Bei größeren Summen springt hier kein zweites Sicherungssystem ein.

– Ähnlich ist es bei der VTB, nur das hier der österreichische Einlagensicherungsfonds bis zur Summe von 100.000 Euro für die Einlage garantiert.

– Bei Barclays sieht die Sache wieder besser aus: Die Bank ist Mitglied der englischen Entschädigungseinrichtung FSCS und des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, der Beträge in Millionenhöhe ersetzt.

– Genauso bei Bank of Scotland – das Institut ist nicht nur im britischen Einlagensicherungsfonds, sondern gehört auch dem Sicherungsfonds des deutschen Bankenverbands an.

Einlage im Insolvenzfall innerhalb von 30 Tagen zugänglich

Meine konkrete Frage, wann und wie schnell ich meine Einlage im Insolvenzfall zurückbekommen würde, konnte mir aber niemand beantworten. Aktuell sieht es folgendermaßen aus: Seit dem 31. Dezember 2010 beläuft sich die Frist für die Auszahlung der gesicherten Einlagen von der Europäischen Union auf höchstens 30 Arbeitstage. Ich hätte mein Geld also relativ schnell wieder zur Verfügung.

Die Entscheidung fällt nicht leicht…

Und welches Tagesgeldkonto nehme ich jetzt? Ich schwanke noch. Beim Telefonservice gab es kaum einen Unterschied zwischen den Banken: Die Mitarbeiter waren freundlich, engagiert und konnten (fast) alle meiner Fragen beantworten. Deshalb locken mich vor allem die hohe Rendite inklusive Gutschrift bei der ING-DiBa und der vergleichsweise hohe Zins bei MoneYou.

Auf welche Kriterien achten Sie eigentlich bei der Wahl Ihres Tagesgeldes? Ist Ihnen der Telefonservice besonders wichtig?

 

 
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Kommentare


  1. Franziska

    Interessanter Test. Der Telefonservice ist mir aber nicht so wichtig. Entscheidend für mich ist der Zinssatz, schließlich möchte ich kein Geld verlieren!


  2. GabrieleK

    Ich fnde den Test auch super. Für mich ist allerdings auch der Service und die Erreichbarkeit ein wichtiger Faktor bei der Auswahl der Bank. Schließlich muss ich ja im Notfall mit der Bank den Kontakt aufnehmen können. Auch das gibt mir eine persönliche Sicherheit.


  3. Claudia

    Mir ist beides wichtig, allerdings steht der Zinssatz an erster Stelle.


  4. Spela

    ich habe momentan auch ein kelsentosos Tagesgeldkonto, ffcr das ich 1,3 Prozent Zinsen bekomme. Das ist nicht die Welt, aber die Zinsen sind immernoch hf6her als bei klassischen Anlagen wie z. B. dem Sparbuch. Ich wollte mehrere Jahre etwas Geld in Aktien anlegen und habe nach Abschluss der Geldanlage mein Kapital jetzt auf einen Tagesgeldkonto zwischengeparkt . Daffcr eignet sich ein Tagesgeldkoto optimal.

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