Ilona und das liebe Geld: Die neue Kolumne im vergleich.de Blog von Ilona Utzig.
Rechnen war ja noch nie mein Ding. Das kann man Schwarz auf Weiß in meinem Abizeugnis nachlesen. Als ich meiner Mutter vor einiger Zeit am Telefon erzählte, dass ich bald bei einem Finanzportal anfange, brach sie in Gelächter aus und erinnerte mich – charmant, wie Mütter manchmal sind – an meine Fünf im Matheabitur.
Die lässt sich leider schlecht wegdiskutieren. Fünf ist Fünf, Mutti hatte Recht. Da stand ich nun. Keine Ahnung von Zahlen, aber einen Job in der Finanzbranche.
Aber so schnell lasse ich mich nicht einschüchtern!
Ein Glück, dass ich mich ganz gut mit Websites auskenne und willens war, mich in die Materie einzuarbeiten, sonst wäre das Beschäftigungsverhältnis vermutlich ein ziemlich kurzes geworden.
Und so habe ich in den vergangenen Monaten hart daran gearbeitet, meine Wissenslücken im Finanzbereich zu stopfen. Immerhin kann ich inzwischen erklären, was ein Annuitätendarlehen ist, wodurch sich Sparbuch und Sparbrief unterscheiden und weiß, dass es sich bei Skimming nicht um eine neue Funsportart handelt. Ich bin beruflich also voll auf der Höhe, was Finanzen betrifft. Ätsch, Mutti.
Nur privat hapert es noch in Sachen Finanzorganisation. Bis vor kurzem hatte ich zum Beispiel arge Probleme in den Disziplinen Geldabheben und Einkaufsbezahlung. Und das nicht etwa aufgrund mangelnder Liquidität, sondern eher aus logistischen Gründen. So besaß ich eine Kreditkarte, deren PIN mir irgendwann entfallen war und eine kaputte ec-Karte, die nur alle Jubeljahre mal ihren Dienst tat. An guten Tagen fand ich beim Einkaufen Geschäfte, die Kreditkarte mit Unterschrift akzeptierten, aber ein geglückter Bezahlvorgang war und blieb eher ein Zufallsprodukt.
Dieser Umstand hat mir an Supermarktkassen und Bankautomaten bereits sehr viele peinliche Momente beschert. Als ich neulich mal wieder mit Schweißperlen auf der Stirn vor einem Bankautomaten stand, ohne einen Cent in der Tasche, und der hinterhältige Automat meine kaputte ec-Karte immer wieder ausspuckte, ohne ein bisschen Geld hinterherzuwerfen, wusste ich: es musste etwas geschehen. Ich war nicht länger bereit, mich von zwei dysfunktionalen Bankkarten terrorisieren zu lassen.
Tabula rasa: Jetzt bringe ich endlich Ordnung ins Chaos
Angesichts meines neuen Jobs sollte es doch wohl auch ein Leichtes für mich sein, meine privaten Finanzen ordentlich zu organisieren. Also habe ich mich an die Arbeit gemacht und – wenn schon, denn schon – gleich mal unsere gesamte Haushaltsführung umgekrempelt. Mit Haushaltsbuch und allem Drum und Dran. Und meinem Mann gleich auch ein neues Girokonto verpasst.
Wir wollten ein neues Gemeinschaftskonto für uns beide und zwei neue Einzelkonten für jeden von uns. Ein bisschen Privatsphäre ist ja wichtig, schließlich möchte ich beim Kontoauszugcheck nicht versehentlich entdecken, dass er mir zu Weihnachten den langersehnten Tablet -PC gekauft hat. Was er vielleicht gar nicht tun wird, aber ich will mir wenigstens die Illusion erhalten, dass er es möglicherweise in Betracht ziehen könnte und möchte nicht bei jedem Blick aufs Konto enttäuscht werden. Nicht, dass ich ihm hinterherspionieren würde.
Keine Suche nach passenden Geldautomaten mehr
Jedenfalls haben wir jetzt 3 neue Konten bei ein und derselben Bank. Praktischerweise kann man mit den zugehörigen Kreditkarten weltweit kostenlos Bargeld abheben, und zwar an jedem Bankautomaten zwischen hier und Adelaide. Das kommt mir sehr entgegen, ich hab’s ja nicht so mit dem Vorausplanen und bin eher so der spontane Typ, dem es zuwider ist, sich überlegen zu müssen, bei welchem Bankenverbund man beim Abheben welche Gebühr bezahlen muss.
Die Antragstellung gestaltete sich unkompliziert. Einfach auf der vergleich.de Website einen Anbieter aussuchen, der Antragsstrecke folgen, und am Ende auswählen, ob man den Antrag selbst ausdrucken oder zugeschickt bekommen möchte. Weil ich keine Lust hatte, den Drucker anzuschmeißen, habe ich Zweiteres ausgewählt. Wenn die Bank das schon anbietet, soll sie das ruhig mal machen. Zwei Tage später hatte ich die Unterlagen in der Hand, musste den Antrag nur noch unterschreiben und zur Post bringen. Stichwort: PostIdent-Verfahren.
Damit stellt die Bank sicher, dass ich auch wirklich Ilona Utzig bin und nicht nur so tue als ob. Ich also mit dem Antrag zur nächsten Postfiliale, um dort meinen Personalausweis vorzuzeigen. Daraufhin füllte die Postangestellte ein Formular aus, packte es zusammen mit meinem Antrag in einen Briefumschlag und schickte alles kostenlos zur Bank. So weit, so gut, so simpel.
Holla die Waldfee: 3 neue Konten, 6 neue Karten, 6 neue Pin-Nummern
Allerdings habe ich das Kontoeröffnungs-Prozedere ein wenig unterschätzt, womit wir wieder bei den Zahlen und dem Merken derselben angekommen wären. Drei neue Konten heißt nämlich: sechs neue Karten. Denn zu jedem Konto gehört jeweils eine V-Pay-Karte zum Bezahlen und eine Kreditkarte zum Abheben. Und sechs neue Karten wiederum bedeutet: sechs neue PIN-Nummern. Die man sich möglichst in der korrekten Karten-Pin-Kombination merken sollte, sofern man künftig ohne Adrenalinkick Bezahlvorgänge tätigen möchte. Da eines der Konten ja nun meinem Mann gehört, reduziert sich die Anzahl für mich glücklicherweise auf zwei Konten und vier Karten mit vier PIN-Nummern. Trotzdem noch zu viel für meinen Geschmack. Und mein schlechtes Gedächtnis.
Hilfe, so viel Post auf einmal
Ganz zu schweigen von der Papierflut. Denn zu den drei Konten gehören nicht nur sechs Karten und sechs PIN-Nummern, sondern auch drei Willkommensbriefe, drei Online-Banking-Briefe mit den jeweiligen Zugangsdaten, drei TAN-Briefe für die Überweisungen und sechs Schreiben mit freizurubbelnden PINs. Hier den Überblick zu behalten, hat mich fast an die Grenzen meiner organisatorischen Leistungsfähigkeit gebracht.
Deshalb mein kleiner Tipp am Rande für alle, die mehrere Konten eröffnen möchten und nicht zu den Beamtenkindern dieser Welt gehören, deren Hand an einem Locher festgewachsen ist, mit dem sie Korrespondenzen sofort nach Erhalt im dafür vorgesehenen Ordner abheften: tut es nacheinander. Immer schön ein Konto nach dem anderen beantragen, dann kann nichts durcheinander geraten.
Es ist mir letztendlich gelungen, halbwegs den Überblick zu behalten. Wenn ich es jetzt noch schaffe, meinem Arbeitgeber die neue Bankverbindung mitzuteilen und all meine Lastschrifteneinzugsverfahren umzustellen, kann ich die neuen Konten vielleicht sogar bald benutzen und brauche sie nicht weiter aus der Ferne anzuhimmeln.
Jetzt will ich’s wissen: Ein Tagesgeldkonto muss her
Nun, wo das endlich mal geregelt ist und ich wieder uneingeschränkt Zugriff auf mein Geld habe, bin ich allerdings einer gewissen Regulierungswut verfallen. Jetzt gehe ich mal so richtig auf’s Ganze und knöpfe mir mein Erspartes vor. Ich möchte weg von meinem alten Sparbuch und in diesem Bereich mal was ganz Exotisches ausprobieren: ein Tagesgeldkonto zum Beispiel. Hoffentlich muss ich mir dazu keine neue PIN-Nummer merken.





Herrlich. Ist so schön chaotisch bei dir
Das Leben wird nicht langweilig *g
Langweilig wird es ganz sicher nicht, nein. Ich habe gerade den Magnetstreifen meiner wunderbaren, neuen Kontokarte gelöscht, weil sie versehentlich einem Magneten zu nahe gekommen ist. Es nimmt kein Ende.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen und kann mich gut in deine Lage hineinversetzen. Auch die Bilder sind sehr passend – ich freue mich auf den nächsten Artikel.