Die Allergie hat Hochsaison – doch was leisten die Krankenkassen?

AllergieIm Frühjahr hat die Allergie wieder Hochsaison. Pollen kitzeln in der Nase, und Gräser lassen unsere Augen tränen. Eine Umfrage ergab jetzt, dass jeder 3. Deutsche von einer Allergie geplagt wird. Doch während die Zahl der Allergiker weiter zunimmt, senken die Krankenkassen stetig ihre Leistungen.

Allergie ist die häufigste chronische Krankheit

Jeder 3. Deutsche hat eine Allergie. Das ergab eine repräsentative Erhebung der forsa unter 1.000 Bundesbürgern im Januar. Die Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen führt bei 35 Prozent der Deutschen zu allergischen Reaktionen wie tränende Augen, laufende Nasen und juckende Haut. Mit insgesamt rund 25 Millionen Betroffenen hat es die Allergie mittlerweile auf den traurigen Platz 1 der chronischen Erkrankungen in Deutschland geschafft. Am häufigsten lösen hierzulande Pollen eine Allergie aus (43 %), gefolgt von Hausstaubmilben (23 %) und Nahrungsmitteln (20 %).

Allergiker leiden – und zahlen

Die forsa-Studie zeigt auch, wie stark die Betroffenen unter ihrer Allergie leiden: über die Hälfte empfindet die Allergie als belastend, ein Fünftel fühlt sich sogar in der Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Doch viele Allergiker scheuen den Gang zum Arzt und behandeln ihre Beschwerden mit rezeptfreien Medikamenten und dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel lieber selbst. Denn die Krankenversicherungen, egal ob gesetzlich oder privat, kommen längst nicht für alle Kosten auf.

Was zahlen die Krankenkassen?

Der Allergietest: Jede gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten für einen Allergietest, wenn ein Vertragsarzt einen entsprechenden Verdacht äußert oder Befund vorlegt. Eine Vermutung des Betroffenen reicht für eine Kostenübernahme nicht aus.

Die Behandlung: Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen zusätzlich die Kosten für die vorgeschriebenen Allergiemittel, gesetzlich Versicherte müssen diese meist aus eigener Tasche bezahlen. Wer sich durch eine Hyposensibilisierung eine Erleichterung seines Heuschnupfens erhofft, kann nur bedingt mit der Leistung der Krankenkasse rechnen. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn die Allergie nicht länger als 5 Jahre besteht und die Behandlung mit Medikamenten fehlgeschlagen ist. Bei der Kostenübernahme durch eine private Krankenversicherung hängt es davon ab, ob die Hyposensibilisierung in ihrem Leistungskatalog aufgeführt wird.

Gegenstände des täglichen Gebrauchs: Allergiker sind im Alltag mit vielen, häufig kostspieligen Einschränkungen und Besonderheiten konfrontiert. Ein Nickelallergiker beispielsweise braucht ein besonderes Brillengestell, ein Pollen-Allergiker könnte auf eine Luftfilteranlage angewiesen sein und Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit müssen eine spezielle Diät halten. Für diese Sonderausgaben gibt es keine feste Regelung. Ein Gerichtsbeschluss aus 2011 legte beispielsweise fest, dass gesetzliche Versicherte mit einer Hausstaubmilben-Allergie Anspruch auf einen antiallergenen Matratzenzwischenbezug haben. Bei der Kostenübernahme spezieller diätischer Ernährung stellen sich die meisten Krankenkassen aber quer. Und selbst lindernde Neurodermitis-Salben werden nicht von allen Kassen getragen.

Schwache Leistung der Krankenkassen

Alles in allem sind die meisten Krankenkassen-Leistungen für Allergien schwach. Dabei ist der Leidensdruck der Betroffenen häufig sehr hoch und auch die Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft sind nicht unerheblich, zum Beispiel durch häufige Krankschreibungen von Allergikern.

Sind Sie auch von einer Allergie betroffen? Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrer Krankenkasse gemacht: war sie zahlfreudig oder knauserig? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare.

 
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Kommentare


  1. IrinaD

    Wusste noch nichts vom Gerichgtsbeschluss zum Matrazenbezug, danke für den Tipp :-)

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