Haben Sie sich auch schon gefragt, was Dirk Nowitzki von Tagesgeld versteht? Oder warum Ihnen ausgerechnet Anke Engelke sagen kann, welche Riester Rente die richtige für Sie ist?
Mit diesen Fragen stehen Sie nicht alleine da. Besonders spannend wird das Thema, wenn es um die Haftung für ein Finanzprodukt geht. Wenn also ein Prominenter für ein Produkt wirbt und die Renditeerwartungen nicht erfüllen kann bzw. die Anleger Einbußen kassieren.
BGH: Urteil über Haftung nach Fondspleite
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich erst kürzlich mit diesem Thema beschäftigt. Anlass dafür war die Pleite des „MSF Deutsche Vermögensfonds I“ der Futura Finanz vor über sechs Jahren. Tausende von Anlegern hatten nach Informationen von Spiegel Online insgesamt 43,5 Milliarden Euro in den Fonds investiert – das eingezahlte Geld war nach seiner Pleite weg.
Ex-Verteidigungsminister warb für Pleite-Fonds
Einige Fondskunden fielen aus allen Wolken. Schließlich hatten prominente Namen für den Fonds geworben, zum Beispiel Rupert Scholz, seines Zeichens Ex-Bundesverteidigungsminister sowie Professor für Staats- und Finanzrecht. Im Anlageprospekt hatte er sich in zwei Interviews positiv über den Fonds geäußert. Der BGH fällte nun im Dezember das Urteil, dass eine Haftung von Scholz zumindest naheliegt.
Experten mit Fachkompetenz laut BGH haftbar
Bedeutet das in der Konsequenz, dass Dirk Nowitzki in Zukunft für mögliche Verfehlungen der ING Di-Ba gradestehen muss? Nein. Hält man sich an das Urteil des BGH, ist er nicht haftbar, denn Nowitzki verfügt als Basketballer nicht über die nötige Kompetenz, um ein Finanzprodukt beurteilen zu können. Nicht alle Prominenten müssen also in Zukunft zittern – nur diejenigen mit finanziellem Fachwissen. Als Beispiel: Top-Fußballer wie Bastian Schweinsteiger oder Schauspieler wie Til Schweiger dürften also weiter bedenkenlos als Testimonials für Finanzanbieter werben. Peer Steinbrück oder Hans Eichel dagegen könnten als ehemalige Finanzminister unter Umständen für Verluste von Anlegern haftbar gemacht werden.
Wo liegt Grenze zwischen Experten und Prominenten?
So manches Mal könnte die Entscheidung, wie zwischen Prominenten und Experten unterschieden wird, aber kniffelig werden. Nur als Beispiel: Ist etwa Oliver Bierhoff nur ein ehemaliger Fußballer oder als Manager der deutschen Nationalmannschaft und Diplom-Kaufmann auch Kompetenzträger in Finanzfragen? Auch Oliver Kahn, der für die DWS wirbt, besitzt ein abgeschlossenes MBA-Studium… in solchen Fällen könnten weitere Gerichtsentscheide nötig werden.
Wie bewerten Sie die Entscheidung des Bundesgerichtshofs? Und: Hören Sie aktiv auf Promis, die Ihnen bestimmte Finanzprodukte empfehlen? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare…





Bei Promis wie Nowitzki und Schweinsteiger schaue ich dann doch eher auf die sportliche Leistung. Aber ein toller Artikel, ich freue mich auf weitere
Finde das auch sehr interessant. Ich wähle meine Produkte auch nicht nach dem Werber aus

Wichtig das die Bank ok ist und ich mein Geld in guten Händen weiß.
Wünsche mir auch mehr von solchen Artikeln, gefällt mir sehr gut.
Von einem Bekannten von der Hannoverschen habe ich mal gehört, dass es tatsächlich Kunden gibt, die da anrufen, um Frau Engelke zu sprechen.. Es scheint tatsächlich Menschen zu geben, die glauben, dass das “nicht nur Werbung” ist.. *grins*
Werbung kann somit sehr beeinflussen