Die Finanzmarktkrise zieht immer größere Kreise. Nach der Insolvenz der Lehman Bank und ihrer deutschen Tochter ist nun auch der deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate betroffen. Verständlich, dass Sparer sich immer häufiger die Frage nach den Risiken ihrer Geldanlage stellen.
Die nächsten Opfer der Finanzkrise sind bereits in Sicht: laut Zeitungsberichten stehen sowohl der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis als auch das Münchner Dax-Unternehmen Hypo Real Estate vor der Pleite. Welche Gefahr bei einer Bankeninsolvenz für die unterschiedlichen Geldanlagen besteht, erklären wir Ihnen in unserer Übersicht.
Girokonto, Tages- und Festgelder
Alle Einlagen bei Banken sind gesetzlich bis zu einem Betrag von 20.000 Euro geschützt. Bei Geldanlagen über dieser Summe wird das Guthaben jedes Kunden bis zu einer Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank durch den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken gedeckt. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene Einlagensicherungsfonds, in denen je rund 4 Milliarden Euro zur Verfügung stehen.
Dass auch ein Einlagensicherungsfonds keine vollständige Sicherheit bietet, sieht man aktuell bei der Lehman-Pleite. Insgesamt ca. 6 Milliarden Euro Kundengelder sollen bei der Lehman Bank liegen. Der Einlagensicherungsfonds wird derzeit aber nur auf knapp 5 Milliarden Euro geschätzt – der Fonds wäre aufgebraucht. Laut der Zeitung Financial Times Deutschland werden für die Rettung der Hypo Real insgesamt bis zu 35 Millionen gebraucht, die bereits zu einem Großteil vom Bund und somit auch vom Steuerzahler getragen werden müssen.
Investmentfonds
Fonds sind von einer Bankenpleite nicht betroffen, da sie als Sondervermögen gelten und somit nicht in die Insolvenzmasse fallen. Aufpassen sollte man allerdings bei so genannten Exchange Trades Commodities (ETC), da es sich hierbei um unbefristete Schuldverschreibungen handelt, die von der Bonität des Emittenten abhängen. Exchange Traded Funds (ETF) gehören dagegen ebenfalls zum Sondervermögen und werden deshalb von einer Insolvenz nicht berührt.
Wertpapierdepots
Wertpapierdepots werden von Banken nur verwaltet und fallen deshalb nicht unter die Insolvenzmasse.
Zertifikate
Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen, deren Auszahlung von der Bonität des ausgebenden Instituts abhängt. Geht die Bank pleite, kann auch der Anleger leer ausgehen.
Anleihen
Wie viel Geld Inhaber einer Anleihe von einer insolventen Bank zurück erhalten, ist abhängig von der unterschiedlichen Besicherung der Papiere. Im schlechtesten Fall bekommen Anleger keinen Cent.
Aktien
Wer Aktien bei einer insolventen Bank hat, geht in der Regel leer aus.
Unsere Empfehlung
Ratsam ist es, die Anlagen auf mehrere Banken zu verteilen. Bis zu einer Obergrenze von 20.000 Euro pro Bank sind die Einlagen gesetzlich geschützt. Weiterhin empfiehlt es sich, für verschiedene Familienmitglieder Konten anzulegen, da die staatliche Einlagensicherung pro Kunde gilt. Wer seine Gelder zudem auf Institute verteilt, die verschiedenen Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind, geht vollends auf Nummer sicher.
Auch die Geldanlage in krisensicheres Gold kann eine Lösung sein. Besonders in Zeiten, in denen es auf dem Finanzmarkt turbulent zugeht, lohnt sich eine Investition in Edelmetalle.