| |
Newsletter, vergleich.de 27.05.2008 Die Tricks, um an Kartendaten von Bankkunden zu kommen, werden immer raffinierter. In Deutschland wurden im Jahr 2007 nach Angaben des BKA 459 Geldautomaten manipuliert - rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Schaden in den rund 70.000 Fällen lag im zweistelligen Millionenbereich. Spione am Geldautomaten Beim so genannten Skimming, englisch für "abschöpfen", versuchen Kriminelle, an die Daten von ec-Karten zu kommen und anschließend mit einem Duplikat Geld abzuheben. Die Tricks werden dabei immer ausgefeilter und die eingesetzten Geräte den Originalen immer ähnlicher. Ein Vorsatzgerät, das vor den Kartenschlitz montiert wird, und eine versteckte Kamera gehören zur Grundausrüstung der Kartenbetrüger. Auch ein beliebter Trick: auf dem Geldautomaten wird eine komplette Attrappe der Automatenvorderseite befestigt. So können ganz einfach Kundendaten und dazugehörige PIN ausgelesen und gespeichert werden. Mit diesen Daten erstellen die Täter dann Kartenrohlinge, mit denen sie das Konto ungehindert plündern können.
Auch beim Shoppen lauert Gefahr: die Betrüger brechen beispielsweise in Supermärkte und Einkaufscenter ein und manipulieren das Kartenlesegerät. In Restaurants oder Tankstellen wird bei der Bezahlung die Karte einfach durch ein zweites Kartenlesegerät gezogen. Die PIN wird dann bei der Bezahlung ausgespäht oder der Kartenbesitzer wird gebeten, die PIN ein weiteres Mal in das zweite Lesegerät einzugeben. Die Manipulation von Türöffnern der Banken gehört zu den neuesten Tricks der Betrüger. Dazu werden mit einem Zusatzgerät die Kartendaten am manipulierten Türöffner ausgelesen und mit einer Kamera am Geldautomaten die Geheimzahl ausspioniert.
Höheres Risiko durch die neue Girocard Die neue Girocard wird bis 2011 die ec-Karte nach und nach ersetzen. Nebeneffekt: bis dahin droht auch das Ende des Lastschriftverfahrens. Jede Zahlung mit der Karte muss dann mit der PIN bestätigt werden, die Bezahlung durch Unterschrift entfällt. Für Kunden bedeutet dies ein höheres Risiko, denn die PIN lässt sich von jedem eintippen, während eine Unterschrift schwerer zu fälschen ist. Beim nachgewiesenen Missbrauch durch eine gefälschte Unterschrift trägt der Handel das Risiko und Sie bekommen das Geld ohne Probleme zurück. Bezahlt der Dieb allerdings seine Einkäufe mit der gestohlenen Karte und der dazugehörigen PIN, bleiben Sie im schlechtesten Fall auf dem Schaden sitzen. Für die Bank haben Sie nämlich grob fahrlässig gehandelt und bekommen Ihr Geld erst dann zurück, wenn Sie den Missbrauch nachweisen können.
10 Tipps, wie Sie Skimming vermeiden
- Nutzen Sie Geldautomaten, die in einer Schalterhalle stehen. Automaten, die außerhalb des Bankgebäudes angebracht sind, werden häufiger für Skimming-Attacken genutzt.
- Werden Sie aufgefordert, Ihre Karte noch einmal einzugeben, oder hakt die Karte beim Einschieben, ist Vorsicht angesagt. Brechen Sie den Vorgang lieber sofort ab und geben Sie der Bank Bescheid.
- Karteneinzugsschächte an manipulierten Geldautomaten stehen meist um mehrere Zentimeter über. Dies ist bei regulären Einzugsschächten nicht der Fall. Deshalb: Achten Sie auf solche Auffälligkeiten und heben Sie kein Geld an Automaten ab, die Ihnen ungewöhnlich vorkommen!
- Decken Sie in jedem Fall, egal ob am Geldautomaten oder im Geschäft, die Tastatur mit der Hand ab.
- Wischen Sie nach Eingabe der Geheimnummer einmal mit der Hand über die Tastatur oder berühren Sie jede Taste einmal. So verhindern Sie, dass Ihre Fingerabdrücke die PIN verraten.
- Vorsicht bei Prospekthaltern in der Nähe der Tastatur. Hier könnte eine Kamera versteckt sein, die die PIN heimlich ausspioniert.
- Sollten Sie im Besitz mehrerer Zahlungskarten sein, verwenden Sie jeweils eine andere Karte für den Türöffner und zur Geldabhebung.
- Suchen Sie möglichst Läden auf, in den man die Kartenzahlung mit der Unterschrift bestätigt und nicht mit der PIN-Eingabe.
- Tragen Sie niemals die ec-Karte und die dazugehörige PIN zusammen im Portemonnaie. Und notieren Sie keinesfalls die Geheimnummer hinten auf der Karte.
- Kontrollieren Sie regelmäßig und in kurzen Abständen Ihren Kontostand. So bekommen Sie schnell ungewollte Abhebungen mit und können das Konto sperren lassen.
Wenn es doch passiert ist… Wurde unberechtigterweise Geld von Ihrem Konto abgehoben, lassen Sie die Karte so schnell wie möglich sperren. Dies ist bei den meisten Banken unter der deutschlandweiten Sperrnummer 116 116 möglich. Fragen Sie sicherheitshalber nach der entsprechenden Sperrnummer bei ihrer Bank. Speichern Sie diese Nummer in Ihrem Handy ein, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können.
Ganz wichtig ist es auch, die Bank umgehend zu informieren. Wenn Sie nachweisen können, dass Sie nicht fahrlässig gehandelt haben, erhalten Sie Ihr Geld von der Bank erstattet.
|
 |
|