Beim Bauen hängt viel von der Wahl des richtigen Grundstücks ab. Möchte man keine bösen Überraschungen erleben, gilt es, sich vor dem Kauf möglichst umfassend zu informieren. Ist das Grundstück bereits erschlossen? Gibt es Altlasten? Ist in der Nähe des Grundstücks eine größere Straße oder Bahnlinie geplant? Solche und andere Fragen sollte man unbedingt vor dem Kauf klären.
Besichtigungen wochentags
Geruchs- oder Lärmbelästigungen durch ansässige Gewerbebetriebe oder Straßen lassen sich bei einer Besichtigung in Erfahrung bringen – am besten wochentags, da es am Wochenende meist ruhiger ist. Auch die Fragen nach den nächsten Einkaufmöglichkeiten, Arzt, Kindergarten oder Schule lassen sich bei einer Ortsbesichtigung klären.
Nutzungspläne für die Umgebung?
Besonders interessant ist es zu erfahren, was in der näheren Umgebung geplant ist. Ob das Haus später in einem Gewerbe-, Misch- oder Wohngebiet liegen wird und ob in der Nähe eine Umgehungsstraße oder Eisenbahnlinie geplant ist, kann man im Flächennutzungsplan sehen. Den Flächennutzungsplan kann man bei der Baubehörde einsehen.
Im Bebauungsplan Bauvorschriften einsehen
Die Details sind im Bebauungsplan geregelt. Dort steht unter anderem, wie hoch oder tief gebaut werden darf und wie weit der Abstand zum nächsten Grundstück sein muss. Gestalterische Auflagen, zum Beispiel die Farbe der Dachziegel oder die Baumaterialien betreffend, können Sie ebenfalls im Bebauungsplan nachlesen.
Vorsicht bei Bauerwartungsland
Grundstücke, die bereits im Flächennutzungsplan zur Bebauung vorgesehen sind, für die aber noch kein Bebauungsplan existiert, bezeichnet man als Bauerwartungsland. Bei Erwerb von Bauerwartungsland ist Vorsicht geboten, denn es ist noch nicht sicher, ob und wann das Land bebaubar wird. Im schlimmsten Falle hieße das, dass Sie ihr Haus am Ende nicht auf dem Grundstück bauen können.
Kostenfalle Erschließung
Die vollständige Erschließung kann aus dem kostengünstigen Baugrundstück schnell eine Kostenfalle machen. Die Kosten für die Verlegung aller nötigen Abwasser-, Versorgungs- und Kabelleitungen, den Bau von Straßen, Gehwegen, Kinderspielplätzen usw. werden von der Gemeinde auf die Grundstücke umgelegt. Die Gemeinde kann dabei bis zu 90% aller Kosten an die Eigentümer weitergeben. Achten Sie daher beim Kauf unbedingt darauf, ob die Erschließungskosten bereits festgesetzt sind oder noch separat ausgewiesen werden müssen.
Teure Folgekosten durch Altlasten
Altlasten sind häufig auf Grundstücken zu finden, die gewerblich genutzt wurden. Befinden sich gesundheitsbedenkliche Altlasten auf dem Baugrund, ist vom Kauf abzuraten. Die Kosten der Bodenreinigung sind meist so hoch, dass selbst die beste Lage dafür nicht entschädigen kann. Hinweise darauf, ob der Boden verunreinigt ist, finden Sie im Altlastenkataster. Dieser liegt beim zuständigen Umweltamt aus.
Wichtig für die Finanzierung: Flurkarte, Grundbucheintrag, Grundriss
Viele Banken interessieren sich bei der Kreditvergabe für die Flurkarte. Diese liegt beim Kataster- oder Vermessungsamt aus. Der Kreditsachbearbeiter kann mit einem Blick auf die Karte die Lage des zu finanzierenden Baulands beurteilen. Neben der Flurkarte werden meist auch ein Grundbuchauszug (erhältlich beim Grundbuchamt) und Grundrisszeichnungen benötigt.
Hat man ein schönes Grundstück gefunden, ist es an der Zeit, sich Gedanken über die richtige Finanzierung zu machen. Günstige Darlehen für alle Beträge finden Sie in unserem Vergleich.