Holz als Geldanlage liegt im Trend. Die Versprechen der Anbieter klingen gut: bis zu 15 Prozent Rendite, die Unabhängigkeit von Börsentrends, der ökologische Aspekt. Holz-Investments gibt es in verschiedenen Varianten: Holz-Fonds, Beteiligungen oder „WaldSparen“. Doch die Transparenz der Produkte lässt zu Wünschen übrig und die Risiken sind so nur schwer zu durchschauen.
Hohe Renditen in der Vergangenheit
Die Anbieter von Holz-Investments preisen vor allem die rosigen Zukunftsaussichten und die hohen Renditen der Vergangenheit. Die Nachfrage nach Holz wird auch in Zukunft hoch sein. Nicht nur in der Bau- und Möbelindustrie wird eine steigende Nachfrage erwartet, Holz wird auch als Alternative zu fossilen Brennstoffen zunehmend beliebter. Doch hohe Gewinne in der Vergangenheit bedeuten nicht zwangsläufig auch gute Renditen in der Zukunft. Naturkatastrophen, Umweltbelastung, Schädlingsbefall oder einfach schlechtes Forstmanagement können die schönsten Renditerechnungen zunichte machen.
Anlagetipp von erfolgreichen Vermögensverwaltern?
Um die Seriosität der Anlage zu betonen, verweisen Anbieter und Befürworter oft darauf, dass viele amerikanische Universitäts-Stiftungen massiv in Waldbesitz investieren. Verschwiegen wird dabei, dass die Stiftungen den Wald meist direkt und ohne Umwege über Fondsmanager und Vertriebe kaufen, was die Rendite natürlich beträchtlich erhöht.
Sicherheit durch Grundbucheintrag
Neben Holz-Fonds existieren vor allem Beteiligungsangebote. Dabei kaufen die Anleger quasi einen Teil des bewirtschafteten Waldes. Der Eintrag ins Grundbuch dient gleichzeitig als Sicherheit für die Anleger. Dabei ergibt sich lediglich das Problem, dass viele Holz-Plantagen in Ländern ohne stabilen Rechtsstaat liegen. Ob ausländische Investoren dort im Zweifelsfall ihr Recht durchsetzen können, ist fraglich.
Unabhängig von der Börse?
So börsenunabhängig wie von Befürwortern gerne behauptet wird, ist ein Investment in Holz keinesfalls. Holz-Fonds werden ganz normal an der Börse gehandelt. Holzaktien gelten zwar als solide, doch unabhängig vom allgemeinen Börsentrend sind sie nicht. Bei Beteiligungsangeboten gilt es, das Währungsrisiko zu beachten, da das Holz meist im nichteuropäischen Ausland angebaut wird.
Fazit
Anleger, die schnell gute Renditen erwirtschaften wollen, sollten von Holz-Investments die Finger lassen. Eine Anlage in Holz rechnet sich erst nach Jahrzehnten. Die Produkte sind oft nur schwer zu durchschauen und längst nicht so risikolos, wie gerne behauptet wird. Denn für alle Geldanlagen gilt: Extreme Renditen lassen sich nur mit hohem Risiko erwirtschaften! Wer Sicherheit und gute Renditen kombinieren möchte, der sollte sein Geld lieber auf Tagesgeld-Konten anlegen.