Newsletter, vergleich.de 24. August 2009

 

Wenn das kein gutes Angebot ist: „Finanzieren Sie jetzt Ihre neue Küche mit 0%!“. Das klingt nach wenig Kosten - doch Vorsicht: Ehe Sie das Angebot vorschnell annehmen, sollten Sie es auf mögliche Haken prüfen. 

  1. Handelt es sich um den effektiven Jahreszins?
    Nebenkosten und Gebühren können einen Kredit um ein Vielfaches verteuern. Umso wichtiger ist der Blick in die Vertragsbedingungen. Dort erfahren Sie, ob eventuell noch zusätzliche Gebühren für Kontoführung, Bearbeitung oder die Hotline anfallen.

    Achten Sie auch darauf, ob es sich bei dem angebotenen Zinssatz um einen Nominal- oder Effektiv-Zins handelt. Oft werden 0%-Finanzierungen nämlich mit dem nominalen Zinssatz beworben. Doch nur der Effektiv-Zinssatz beinhaltet wirklich alle Kosten.

  2. Gilt der Zinssatz für jeden Käufer?
    Auch eine 0%-Finanzierung bekommt im besten Falle nur derjenige, der eine gute Bonität nachweisen kann. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie mit einem höherem Zinssatz oder einer Ablehnung rechnen.

  3. Ist der Kredit flexibel?
    Oft werden für 0%-Finanzierungen niedrige Laufzeiten angesetzt. Das bedeutet für Sie eine höhere monatliche Rate. Wer eine längere Laufzeit und eine niedrigere Rate möchte, bekommt meist keinen Kredit zu 0% mehr, sondern muss einen höheren Zinssatz akzeptieren. Auch Sondertilgungen sind nicht immer selbstverständlich.

  4. Ist das Angebot wirklich das günstigste?
    „Liebe Leute lasst euch sagen, Rabatte wurden vorher aufgeschlagen.“ Dieses geflügelte Wort hat auch bei 0%-Finanzierungen Bestand. Denn auch der Händler möchte mit seinem Produkt Gewinn machen. Trägt er die Kosten der Finanzierung, wird er die Kreditgebühren wahrscheinlich auf den Kaufpreis aufschlagen und somit das Produkt verteuern. Vor dem Kauf gilt es also, erst einmal die Preise zu vergleichen.

  5. Können Sie den Kredit auch abzahlen?
    Auch bei einer 0%-Finanzierung müssen jeden Monat pünktlich die Raten gezahlt werden. Sonst drohen Mahn- und Verzugsgebühren, die den Kredit unnötig teurer machen. Im schlimmsten Fall kann die Bank den Vertrag mit Ihnen kündigen und den gesamten Betrag mit einem Mal einfordern. Zudem erhalten Sie einen Negativeintrag bei der Schufa, mit dem Sie beim nächsten Mal schon keinen Kredit mehr erhalten.


Barzahlung ist häufig günstiger
Auch eine 0%-Finanzierung ist also nicht immer umsonst. Zudem werden Vergünstigungen wie zum Beispiel Rabatte häufig nicht zusätzlich gewährt. Deshalb sollten Sie überlegen, ob sich nicht eher die Aufnahme eines „normalen“ Ratenkredites lohnt. Denn oft spart man mit einem Barzahlungsrabatt mehr ein als mit einer 0%-Finanzierung.

Ein Beispiel: Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen errechnete, kann eine 0%-Finanzierung schon bei einer einmaligen Kontogebühr von bis zu 39 Euro zu einem effektiven Jahreszins von 4,75 Prozent führen. Zum Vergleich: Zur Zeit werden bereits Kredite ab 3,99% effektivem Jahreszins angeboten.

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