Das Zittern um ihr Geld scheint für die deutschen Kaupthing-Anleger vorbei zu sein. Wie die Bank auf ihrer Internetseite mitteilt, verfügt sie jetzt über ausreichend finanzielle Mittel, um allen deutschen Kunden ihre Einlagen vollständig zurückzuzahlen. Allenfalls technische Details zur Abwicklung der Zahlung seien noch zu klären.
Verzinsung erfolgt nur eingeschränkt
Jeder Kunde soll einen Brief erhalten, in dem das Verfahren zur Auszahlung der Guthaben erklärt wird. Eventuell abweichende Kontakt- oder Kontodaten müssen dann gegenüber der Bank aktualisiert werden. Danach zahlt die Kaupthing die eingezahlten Gelder an die Anleger zurück. Eine Frist für die Auszahlung wurde nicht gesetzt.
Die Einlagen der deutschen Kaupthing-Kunden werden inklusive der Zinsen bis zum 9. Oktober 2008, dem Beginn des Moratoriums, zurückgezahlt. Das bedeutet, dass Zinsen, die danach bis zum heutigen Tag anfielen, nicht ausgezahlt werden.
Kaupthing-Kunden drängen auf schnelle Auszahlung
Viele Sparer sind froh, wenigstens ihre eingezahlten Gelder zurück zu bekommen. Und das so schnell wie möglich. Jeder Betroffene müsse "bis Ende Mai (…) wieder über seine Ersparnisse verfügen können" erklärte der Kaupthing-Opfervertreter Karlheinz Bellmann gegenüber dem Nachrichtendienst AFP. Denn bei vielen Anlegern handele es sich um "Leute in echten Notlagen", die auf ihr Geld angewiesen sind. Auf einen genauen Rückzahlungstermin hat sich die Kaupthing-Bank aber nicht festgelegt.
Hintergrund
Die deutsche Kaupthing-Tochter hatte im vergangenen Jahr mit hohen Zinssätzen um die Gelder der deutschen Anleger geworben. Am 9. Oktober 2008 wurde die Bank – neben anderen überschuldeten isländischen Banken - verstaatlich und alle Konten bei der deutschen Tochter Kaupthing Edge eingefroren. Auch ein Streit mit der DZ Bank, die für den Zahlungsverkehr zwischen Kunden und Bank verantwortlich war, verhinderte monatelang die Auszahlung der Kundengelder.